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„Ohne uns wäre sofort Schluss“

Peru-Projekt „Ohne uns wäre sofort Schluss“

2001 reiste Gudrun Werding erstmals nach Peru und besuchte dort das Hilfsprojekt ihrer Schule in Chosica. Seit 2005 reist sie jährlich für zwei bis drei Monate dort hin, um Menschen zu helfen.

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Eine Oase des Glücks: der Kindergarten Santa Monica. Dort kümmern sich vier ausgebildete Erzieherinnen um bis zu 55 Kinder im Alter von zwei und drei Jahren.

Niederwalgern. Gudrun Werding war Lehrerin an der Gesamtschule Niederwalgern. Das Hilfsprojekt der Schule in Peru hat sie auch nach ihrer Pensionierung nicht losgelassen. Ganz im Gegenteil. Seither reist sie jedes Jahr dorthin, um sich vor Ort einzubringen. Zudem kommt sie immer wieder an die Gesamtschule, um die neuen Fünfer-Schüler über das Projekt in Peru zu informieren, damit diese auch einen Eindruck davon bekommen, wozu sie sich beim Sponsorenlauf der Schule ins Zeug legen. Beim Sponsorenlauf ist die ehemalige Lehrerin auch zugegen und unterstützt das Organisationsteam.

„Wir haben sehr viel in Chosica erreicht“, sagt Gudrun Werding. Doch weiß sie auch, dass nach wie vor alles von der Hilfe aus Deutschland abhängt. „Ohne uns wäre sofort Schluss in Peru, weil wir die einzigen Geldgeber sind.“ Mittlerweile laufen in Peru monatliche Kosten in Höhe von 1100 Euro auf. Verglichen zu dem, was damit bewegt werden kann, sind die Kosten gering, doch müssen sie auch erst einmal in Deutschland aus der Schulgemeinde heraus erwirtschaftet werden. Eckpfeiler sind der Sponsorenlauf und der Peru-Abend der Schule. Darüber hinaus setzt der Förderverein der Gesamtschule auf private Spenden.

In Peru steht die Kinderbetreuungsstätte und die Gemeindeküche an erster Stelle. „Darüber hinaus gibt es aber noch die flexible Hilfe“, sagt Gudrun Werding. Diese Hilfe gewährt sie den ganz armen Menschen, die „auf dem Berg“ wohnen, die Not leiden. Der Berg ist eine steile Geröllwüste, kein Baum, kein Strauch, nur wenige Wasserstellen im unteren Bereich, kein Strom, nur kleine Hütten, Dreck und Staub. Alle wohnen auf engstem Raum, können sich schon glücklich schätzen, eine Matratze als Schlafstelle zu haben. Manche Kinder erhalten Schulmaterialien, auch werden Menschen mit Medikamenten versorgt.

„Wir bauen den ärmsten Familien neue robustere Hütten. Es ist nicht vorstellbar, unter welchen Bedingungen insbesondere alte Menschen und Kinder leben müssen.“ Intakte Familien würde man dort kaum antreffen. Dafür viele Frauen mit vielen Kindern, oftmals von verschiedenen Männern, die sich dann aber nicht weiter um ihre Familien kümmern würden. Deshalb seien auch sehr viele ältere Menschen auf sich alleine gestellt. Die Hilfe aus Deutschland ist natürlich sehr begehrt, deshalb legt Gudrun Werding sehr viel Wert darauf, mit zu entscheiden, wer Hilfe bekommt. Vor Ort engagieren sich einige ehrenamtliche Helfer, unter ihnen Patricia Guainazzo Lopez. „Sie ist ganz wichtig für uns, weil sie dafür sorgt, dass die Hilfe aus Deutschland genau da ankommt, wo sie auch dringend benötigt wird.“

Wer das Peru-Projekt unterstützen möchte, regelmäßig oder mit einer Einzelspende wendet sich an Gudrun Werding unter Telefon 06426/5435 oder per E-Mail gwerding@gmx.de

von Götz Schaub

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