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Südkreis Nostalgie, Erinnerungen und viele Originalteile
Landkreis Südkreis Nostalgie, Erinnerungen und viele Originalteile
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18:05 24.07.2012
Philipp Schmidt und seine Schwester Johanna fanden auf dem Dachboden der Familie Otto die Dienstmütze und den Weichenbesen von August Otto. Er war Stationsvorsteher in Dreihausen und wohnte im Ebsdorfer Bahnhofsgebäude. Auch die Schlusslaterne der Lok dur Quelle: Martina Becker
Ebsdorf

Seit November letzten Jahres war die Ausstellung an insgesamt fünf Wochenenden zu sehen. Zum guten Schluss gab es noch einen Besucherrekord zu verzeichnen.

Die Marburger Kreisbahn, das ist Nostalgie und für einige Menschen noch echte Erinnerung. Unzählige Frauen und Männer aus den Orten entlang der Bahnstrecke fuhren mit ihr zur Arbeit. Nicht wenige Freundschaften und Ehen bahnten sich während dieser Fahrten an. Eröffnet wurde die 17 Kilometer lange Verbindung zwischen dem Marburger Südbahnhof und Dreihausen 1905. Dies zeigte bei der Ausstellung eine grafische Darstellung sehr anschaulich.

Insgesamt neun Stationen wurden bis Mitte der 60er Jahre angefahren. Die Baukosten der Eisenbahnlinie lagen damals bei 1,7 Millionen Reichsmark und alleine in den ersten fünf Jahren ihrer Existenz wurden 131958 Passagiere plus Schwarzfahrer befördert. Eine Fahrt von Ebsdorf nach Wittelsberg kostete 20 Reichspfennig, wie alte Fahrkarten belegten. Die zusammengetragenen Impressionen zu dem nostalgischen Beförderungsmittel waren vielfältig. Gegliedert hatte das rührige neunköpfige Archivteam die Ausstellung unter verschiedenen Aspekten wie „Die Menschen hinter der Kreisbahn“, „Die Eisenbahntechnik“ oder „Das Leben mit der Eisenbahn“.

Die Kreisbahn war einmal ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Es wurden nämlich nicht nur Personen aus dem Ebsdorfer Grund sowie von Bortshausen, Ronhausen und Cappel befördert, sondern auch Güter waren hier unterwegs.

Basalt aus Dreihausen oder Rüben von den Feldern brachte man ebenfalls auf der Schiene leicht nach Marburg. Menschen, die von diesen Zeiten berichten konnten, gibt es heute noch. „Etwa 20 bis 25 Zulieferer von Informationen und Ausstellungsmaterial hatten wir“, erzählt der Vorsitzende Wolfgang Richardt. Rund 200 Fotos und viele Exponate waren so zusammengekommen.

Erinnerungsstücke lagen noch auf Speichern

Das Archivteam hatten sich etwa ein halbes Jahr zweimal in der Woche getroffen und dem Gesammelten unter dem Titel „Ach healft me doch di Kitte noff“ eine Ordnung gegeben. Den Erzählungen nach hatte die vollbeladene Lokomotive immer Mühe aus Ebsdorf rauszukommen. In Richtung Bortshausen musste sie eine Steigung, die „Kitte“ überwinden. Dabei habe die Dampflok ordentlich geschnaubt und nicht wenige Male sei sogar von Menschenhand geschoben worden, so die Erinnerung der Zeitzeugen. Auch an handfesten Erinnerungsstücken hatte man eine schöne Sammlung zusammenbekommen. Diese waren in Schuppen oder auf Dachböden in den vergangenen Jahrzehnten in Vergessenheit geraten. Ein altes Schild von einer Lokomotive mit der Aufschrift „Marburger Kreisbahn“, Weichenleuchten, ein Hemmschuh für die Schienen, original Schlusslaternen der Bahn oder ein Weichenbesen feierten im Vereinsraum in der Bortshäuser Straße ihre Renaissance. Sich auf den unzähligen Fotos möglicherweise wiederzufinden, war für die Besucherinnen und Besucher ein besonderer Anreiz. Ihren letzten großen Einsatz fuhr die Kreisbahn 1972, anlässlich des Hessentages in Marburg. Auch dieses Ereignis wurde unter eigener Überschrift umfassend präsentiert. Für das Thema interessierten sich insgesamt 390 Gäste aus den Orten entlang der Bahnstrecke sowie darüber hinaus. Sie alle erhielten zur Erinnerung ein Lesezeichen, mit der Abbildung einer alten Fahrkarte sowie der darauf festgehaltenen Besucherzahl. „Zu unserem letzten Ausstellungstag konnten wir einen noch nicht dagewesenen Zuspruch verzeichnen“, freute sich Richardt.

Gut 50 Interessierte wurden am Sonntagnachmittag begrüßt. Einbezogen in die Arbeit des Heimat- und Verschönerungsvereins wurden traditionsgemäß auch die Schülerinnen und Schüler der Regenbogenschule Ebsdorf-Leidenhofen. Die Schulklassen hatten ihre eigenen Besuchstermine. Als bleibende Erinnerung hat der Verein außerdem eine Broschüre erstellt. 165 Seiten zeugen mit Fotos und Texten von der Epoche Marburger Kreisbahn. Sie kann beim Verein für den Preis von 22 Euro bestellt werden.

Angespornt von dem Erfolg, will der Verein im November mit einer neuen Ausstellung aufwarten. Dann heißt das Thema „Kirche in Ebsdorf“ .

von Martina Becker

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