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Niederweimar will noch wachsen

Neue Bauplätze Niederweimar will noch wachsen

Von Müllgebühren bis Haushaltskonsolidierung, von Neubaugebiet bis Zug-Fahrplan: Die Weimarer Gemeindevertreter beschäftigten sich am Donnerstagabend mit vielen Themen - und waren sich zumeist einig.

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Im Baugebiet „Am Roten Weg“ in Niederweimar sollen noch mehr neue Häuser entstehen können. Die Gemeinde sorgt möglicherweise kurzfristig für eine Erweiterung.

Quelle: Tobias Hirsch

Niederweimar. Ein Prüfantrag, den die CDU-Fraktion zur Erweiterung des Neubaugebiets Niederweimar stellte, stieß in der Gemeindevertretung auf breiten Zuspruch. Bei einer Enthaltung (SPD) brachten die Parlamentarier ihn einstimmig auf den Weg.

Demzufolge wird der Gemeindevorstand nun eruieren, ob das bestehende, stark nachgefragte Neubaugebiet „Am Roten Weg“ erweitert werden kann - womöglich auch kurzfristig, wie Bürgermeister Peter Eidam (parteilos) in Aussicht stellte. „Vielleicht funktioniert eine Erweiterung schon zum Jahresende oder Anfang nächsten Jahres“, sagte er und verwies darauf, dass 30 bis 40 Bauplätze auf der Fläche bis zur Seniorenanlage denkbar seien.

Den Gemeindevertretern wäre das nur Recht. Sie wollen Neubürgern, gern jungen Familien, die Chance eröffnen, in Niederweimar zu bauen, wie CDU-Vorsitzender Jost-Hendrik Kisslinger verdeutlichte. Eine Konkurrenz zu anderen Baugebieten in der Gemeinde - auch in Niederwalgern sind noch Plätze zu haben - solle dies nicht darstellen. „Die Gebiete sollten generell stärker vermarktet und in die Öffentlichkeit gebracht werden“, sagte Kisslinger.

SPD-FraktionsvorsitzenderStephan Wenz verwies in diesem Zusammenhang auf die Situation im Niederweimarer Kindergarten. „Der ist vollbelegt - und das muss man den Leute, die hier bauen wollen, auch sagen. Sie sollten dann wissen, dass sie ihre Kinder möglicherweise andernorts unterbringen müssen“, verdeutlichte er. Diesen Hinweis nahm der Gemeindevorstand in den Prüfantrag mit auf.

Das Parlament diskutierte über den Erhalt des Fahrplans in seiner jetzigen Form für den Regionalverkehr zwischen Gießen und Marburg. Die Marburger Stadtverordnetenversammlung sprach sich bereits im Februar dafür aus, mit einer Resolution wieder den Stundentakt der schnellen Verbindung nach Frankfurt zu fordern - mit dem Fahrplanwechsel 2009/2010 sei sie abgeschafft worden. Um den Stundentakt wieder herzustellen, müssten die Zwischenhalte auf der Strecke Gießen-Marburg reduziert werden, hieß es. Verschiedene Halte in Niederweimar und Niederwalgern sollten aus Marburger Sicht also entfallen.

Die Region Marburger Land hat sich bereits für die Beibehaltung aller Halte ausgesprochen - und dieser Forderung schlossen sich die Weimarer nun an.

Reinhard Ahrens (Grüne), der für die Gemeinde Weimar in der Verbandsversammlung des Regionalen Nahverkehrsverbands Marburg-Biedenkopf sitzt, kritisierte die Stadt Marburg. Die Darstellung der Situation, wie sie in der Resolution erfolgte, sei „in vielen Kleinigkeiten nicht so korrekt“ - eine stündliche Anbindung beispielsweise sei gegeben. Ahrens warnte: „Wenn das kommt, was Marburg anstrebt, dann wäre das ein Rückschritt im Vergleich zur Ist-Situation.“ Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) solle schließlich so attraktiv sein, dass er eine Konkurrenz zum Straßenverkehr darstelle. „Und gegenwärtig ist das gegeben, das, was wir haben, ist schon eine S-Bahn-artige Anbindung. Wir sollten dafür kämpfen, dass dieser Fahrplan erhalten bleibt.“

Winfried Laucht (FBW) regte an, dass der Gemeindevorstand, wenn er die Resolution für die Gemeinde Weimar verfasst, darin auch auf die örtlichen Verhältnisse hinweisen möge. Man solle klarmachen, dass die gute Anbindung Nord-Süd-Verbindung auch aufgrund der Schichtarbeitsplätze in der Gemeinde und aufgrund der Studentenwohnungen mit Studierenden aus Marburg und Gießen sehr wichtig sei.

Weitere Beschlüsse: Einstimmig entschied das Parlament, dass der Gemeindevorstand die Müllgebühren neu kalkulieren soll.

Für die Haushaltskonsolidierung richteten die Gemeindevertreter eine überparteiliche Arbeitsgruppe ein. Sie tagt erstmals am Donnerstag, 19. April, und wird Grundlagen zur Haushaltskonsolidierung erarbeiten.

von Carina Becker

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