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Niederweimar: Die heiße Spur ist kalt

Versuchte Entführung Niederweimar: Die heiße Spur ist kalt

Bleibt die versuchte Entführung einer Neunjährigen Anfang Oktober in Niederweimar ungeklärt? Die vielversprechendeerste Spur erwies sich offenbar als die falsche, eine neue gibt es derzeit nicht.

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Im Fall der versuchten Entführung eines Kindes im vergangenen Oktober in Niederweimar liegen die Hintergründe im Dunkeln, der Täter wird weiter gesucht.

Quelle: Tobias Hirsch

Niederweimar. Unmittelbar nach der Tat hatte noch alles nach einem schnellen Fahndungserfolg ausgesehen. Ein Mann war vorübergehend festgenommen worden, er hatte die Vorwürfe jedoch bestritten. Zurecht, wie die Auswertung der Spuren nahelegt. Ein Gentest hatte den zunächst verdächtigten 53-Jährigen Mann schon nach wenigen Tagen erheblich entlastet. Das Kind hatte ihn auf einem Bild nicht eindeutig wiedererkannt.

Und auch die Auswertung von Faserspuren aus dem Fahrzeug des Verdächtigen sprechen offenbar gegen seine Tatbeteiligung. „Zwar ist das Ermittlungsverfahren gegen den zunächst verdächtigen Mann noch nicht eingestellt worden, dies liegt jedoch nur daran, dass das Ergebnis der Faserspurenuntersuchung noch nicht vorliegt“, teilte Annemarie Wied, Sprecherin der Staatsanwaltschaft, auf OP-Nachfrage mit. Mit einer Einstellung der Ermittlungen gegen den Mann sei jedoch zu rechnen, wenn das Gutachten vorliegen wird.

Damit stünden die Ermittlungen praktisch wieder am Anfang, denn: „Neue oder weitere Ermittlungsansätze gibt es derzeit nicht“, so Annemarie Wied weiter.

Der Vorfall am 1. Oktober vergangenen Jahres machte vielen Eltern, nicht nur in Niederweimar, Angst. Am hellichten Tag hatte ein Unbekannter die Neunjährige in der Nähe des Spielplatzes „Am roten Weg“ im Neubaugebiet angesprochen und sie mit Gewalt in sein Auto gezerrt. Das Mädchen wehrte sich jedoch und nutzte den Moment, als der Mann um das Auto herum zur Fahrertür lief, geistesgegenwärtig zur Flucht. Auf dem Spielplatz befanden sich zahlreiche Eltern, die von den Hilferufen aufgeschreckt wurden, der Täter flüchtete jedoch unerkannt. Ein Motorradfahrer nahm zwar sofort die Verfolgung auf, verlor das Fahrzeug jedoch dabei kurzzeitig aus den Augen. Der wenig später als vermeintlicher Täter ermittelte Autofahrer fuhr zwar einen von Zeugen beschriebenen älteren Kombi (laut Polizei silber- oder anthrazitfarben mit ortsfremden Kennzeichen), hatte aber mit der Tat nach jetzigem Stand nichts zu tun.

  • Hinweise zu dem Fall nimmt die Kripo Marburg entgegen. Zu erreichen sind die Beamten unter der Rufnummer 06421/ 4060

von Michael Agricola

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