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Südkreis Niederwalgern holt den ersten Platz
Landkreis Südkreis Niederwalgern holt den ersten Platz
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00:17 18.06.2018
Die Angebote auf dem Naturerlebnispfad beeindruckten die Jury-Mitglieder sicher sehr. Quelle: Tobias Hirsch
Niederwalgern

„Der Ort ­Niederwalgern zeichnet sich besonders durch die sehr viel­fältigen bürgerschaftlichen Aktivitäten aus. Zum Beispiel sind ­umweltpädagogische ­Initiativen vor Ort sehr aktiv, was durch den Naturerlebnispfad, Vogelstimmenwanderungen und Baumschnittkurse deutlich wird. Das Lern- und Experimentierfeld am Walgerbach, der Funpark, die Blühstreifen und das wertvolle Feuchtbiotop und ornithologische Zentrum Martinsweiher machen Niederwalgern zu einem Vorbild für eine nachhaltige Grünent­wicklung.“ So lautet das Fazit der Kommission, die am 25. Mai den Weimarer Ortsteil besuchte.

Erste Stellungnahmen: Engagement wird belohnt

Etwas überraschend kam bereits am Donnerstag die Meldung vom Sieg Niederwalgerns per Mail vom Hessischen Umweltministerium. Eigentlich sollte das Ergebnis erst am Freitag bekanntgegeben werden. Den Niederwälgern dürfte das egal sein, sie können sich auch schon am Donnerstag freuen. Und mit ihnen Landrätin Kirsten Fründt und Weimars Bürgermeister Peter Eidam.

„Das haben sie dort so sehr verdient“, sagt Fründt gegenüber der OP. Und weiter: „Ich freue mich ­unglaublich, weil die Richtigen gewonnen haben. Mich hatte schon die Variabilität der Themen und die Konstanz, wie Projekte weiter verfolgt werden, tief beeindruckt. Ganz aktuell haben sie sich in das Thema Biodiversität eingearbeitet und mit den Themen zum Naturschutz sicher gut gepunktet. Ich kann dem ganzen Ort nur gratulieren.“

So sieht das auch Peter Eidam: „In Niederwalgern wurde das besondere Engagement der Menschen belohnt. Das ist eine ganz tolle Geschichte. Am Tag des Kommissionsbesuchs hatte aber auch alles gepasst. Die Themen wurden professionell vorgestellt und dabei doch mit einer großen Lockerheit präsentiert.“ Eidam weiß, dass es für die Niederwälger noch einmal sehr schwer war, sich auf den Wettbewerb zu konzentrieren, wo doch gerade das Thema im angrenzenden Gewerbegebiet alles zu überlappen drohte.

Und was sagt der Ortsvorsteher Hans-Heinrich Heuser? Wir können nur vermuten, dass er Luftsprünge macht, sich wahnsinnig freut an seinem Urlaubsort fern von diesem Teil der Welt. „Ja er weiß es“, sagt Gerd Leeder, Mitglied der Heinzelmännchen. Und auch er freut sich total: „Dafür haben wir uns ins Zeug gelegt und uns im Wettbewerb über die Jahre hinweg stetig verbessert.“

Reinhold Deutsch, der sich mit Kollegen der Landtechnikfreunde am Kommissionsbesuchstag in historische Kostüme warf, die man auch beim Hessentag in Korbach präsentierte, zeigte sich gestern überwältigt: „Das ist ganz toll. Die Menschen hier haben sich so oft und so viel bemüht, jetzt wurde ihre Arbeit belohnt.“

Wilfried Gladisch, der die 107 Seiten starke Hochglanzbroschüre über Niederwalgern, seine Angebote und Sehenswürdigkeiten erstellte, war überrascht, dass der Regionalsieger von 2017 Battenberg-Frohnhausen gar nicht unter die ersten fünf gelangen konnte. Für Niederwalgern nahm er in Anspruch, dass sich der Ort wieder ein Stück weiter entwickelt hat und dies die Jury dieses Mal überzeugte.

Die 18 erfolgreichsten Dörfer aus den Regionalentscheiden nahmen in diesem Jahr am Hessischen Landesentscheid teil. In einer Feierstunde am 23. September 2018 im „Wartenberg Oval“ im Vogelsbergkreis werden alle teilnehmenden Dörfer ausgezeichnet.

Die Sieger des Landesentscheids "Unser Dorf hat Zukunft"

1. Preis mit 6 000 Euro: Weimar-Niederwalgern, Landkreis Marburg-Biedenkopf
2. Preis mit 5 000 Euro: Bad Sooden-Allendorf – Orferode, Werra Meißner-Kreis
3. Preis mit 4 000 Euro: Schotten-Wingershausen, Vogelsbergkreis
4. Preis mit 3 000 Euro: Neuenstein-Raboldshausen, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
5. Preis mit 2 000 Euro: Breuberg – Wald-Amorbach, Odenwaldkreis

von Götz Schaub