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Südkreis Ortsbeirat will Tempo 30 für Lastwagen
Landkreis Südkreis Ortsbeirat will Tempo 30 für Lastwagen
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00:19 02.12.2018
Eine Bürgerbewegung kämpft in Niederwalgern und Wenkbach gegen Schwerverkehr. Grund ist ein Logistikzentrum, das zwischen den beiden Orten entsteht (hinten links). Quelle: Thorsten Richter
Niederwalgern

Die Anträge wurden bereits an die Gemeindevertreter Weimar übermittelt. Dabei ging es um die Einhaltung und Kontrolle der Auflagen für die Baugenehmigung des Logistikzentrums Wenkbach. Dazu solle eine moderne Methode der Messung und Kontrolle­ des Lkw-Verkehrs installiert werden, um den entstehenden Schaden zu begrenzen.

Nach Ansicht des Ortsbeirats bedarf es einer stetigen ganzjährigen digitalen Zählung der Schwerlastfahrzeuge, die mit moderner Technik im Fahrbahnbelag an geeigneter Stelle in der Gemeindestraße zum Lager installiert werden könnte. Die Ergebnisse der Kontrollen müssten über geeignete Gremien wie die beiden Ortsbeiräte Niederwalgern und Wenkbach kommuniziert werden.

Aufstellung eines Verkehrskonzepts

Nach der Fertigstellung des Logistikzentrums ist aus Sicht der Kritiker mit einer erheblichen Zunahme von Schwerlastverkehr durch Wenkbach und Niederwalgern zu rechnen. Um die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten, Unfallrisiken, Lärm- und Abgasimmissionen sowie Erschütterungen in den Häusern zu mindern, müsse die Gemeinde ein schlüssiges Verkehrskonzept aufstellen. Dazu gehöre die Einrichtung von Tempo 30 für die Lastwagen in den Orten und das Anbringen von Geschwindigkeitsanzeigetafeln zur Eigenkontrolle der Fahrer. Durch ein Nachtfahrverbot in der Zeit von 22 bis 6 Uhr sowie das Sonntagsfahrverbot für Lkw könnte die Zahl der Durchfahrten und dadurch der Lärm reduziert werden.

In Wenkbach sei ein Fußgängerüberweg mit Ampel oder ­Zebrastreifen notwendig, da die Kinder von der Bergseite des Dorfes die Marburger Straße überqueren müssen, um zum Spielplatz zu gelangen. Bürger von der anderen Seite müssten ebenfalls über die Straße gehen, um zum Bäcker zu gelangen.

Gefahrenpunkt: Kreuzung Richtung Roth

Außerorts sei eine Beschränkung auf Tempo 70 zwischen Niederwalgern und Wenkbach, der Gefahrenpunkt an der Kreuzung in Richtung Roth sowie die Reduzierung des Lärms durch die Beschleunigung der Lastkraftwagen in beide Fahrtrichtungen in das Konzept einzubeziehen. Zwischen dem Kreisel  und dem Ortseingang Wenkbach müsse die Geschwindigkeit auf 50 Stundenkilometer beschränkt werden, damit die Fahrzeuge am Ortseingang langsamer sind und der Lärm reduziert wird.

Die Auffahrt zur Bundesstraße 255 ist nach Ansicht der Schwerverkehr-Kritiker ein Gefahrenpunkt, da bei Tempo 100 das Anfahren für Linksabbieger in Richtung Gladenbach nur mit Vollgas möglich sei und auch die Auffahrt in Richtung Marburg zu kurz sei, um sich in den fließenden Verkehr einzufädeln. Deshalb sei an dieser Stelle eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 60 Stundenkilometer erforderlich.

Unterstützung durch die Firma Ferrero

Durch die Lastwagen, die deutlich langsamer auffahren können, könne es zu ­einem Rückstau kommen und eine Straßenüberquerung erschwert werden. Auch der Radweg von Fronhausen bis zum Anschluss Wenkbach Nord solle ausgebaut werden. Die Beleuchtung sei nicht ausreichend. Die Firma Ferrero habe bereits ­Unterstützung zugesagt, daher müsse die Gemeinde Weimar schnellstmöglich Kontakt zu dem Unternehmen aufnehmen.

Von der Landesregierung ­beziehungsweise Hessen Mobil­ solle die Gemeinde die rasche Umsetzung der verkehrstechnisch dringend notwendigen grundhaften Sanierung der Landesstraße 3093 in Niederwalgern und Wenkbach sowie die Aufbringung von Flüsterasphalt einfordern. An einigen Stellen der Straße seien die Bürgersteige nicht breit genug.

Von Weimars Bürgermeister Peter Eidam fordert das Gremium eine klare Aussage, dass es vorerst keine weitere Baumaßnahme bei dem Logistikzentrum gibt. Darüber hinaus sollten alle Forderungen des Ortsbeirats zeitnah umgesetzt werden.

von Ingrid Lang