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Südkreis Neues Zuhaus‘ für die Fledermaus
Landkreis Südkreis Neues Zuhaus‘ für die Fledermaus
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18:01 03.04.2013
Das Maul weit aufgerissen, die Ohren aufgestellt: eine Fledermaus der Art „Großes Mausohr“. Neuer Lebensraum für Fledermäuse soll im Ebsdorfer Grund entstehen, bevor durch den Bau der Ortsumgehung Heskem ab 2014 alter Lebensraum verloren geht. Quelle: Holger Hollemann
Heskem

Schmetterlinge und Fledermäuse müssen umziehen, damit die knapp zwei Kilometer lange Ortsumgehung Heskem gebaut werden kann. Und damit das neue Zuhause fertig ist, wenn der Bau im kommenden Jahr beginnt, muss im Ebsdorfergrund demnächst gepflanzt werden. Für Fledermäuse soll auf einer 100 Meter langen und sechs Meter breiten Wiese am Wirtschaftsweg Hexenhäuschen Richtung Wittelsberg eine Hecke aus Holunder- und Weißdorn-Büschen entstehen. Und für den Ameisenbläuling muss in Leidenhofen ein Schmetterlingsareal mit Gräsern und Kräutern geschaffen werden. Das brauchen die Tiere als Lebensraum.

„Wir wollen keine Zeit versäumen und schon diese Vegetationsperiode nutzen“, erklärt Ebsdorfergrunds Bürgermeister Andreas Schulz. Deshalb hat er gestern mit einer Familie aus seiner Gemeinde gesprochen. Ihr gehört die Wiese, auf der die Fledermaushecke entstehen soll. Er hofft auf die „unbürokratische Zusage“, damit das Pflanzen schon jetzt beginnen darf.

An anderer Stelle geht‘s auf dem Papier voran. Ende März hat das Gießener Regierungspräsidium (RP) den „abschließenden Vorlagebericht, in dem die Baumaßnahme ausdrücklich befürwortet wird“ ans Verkehrsministerium weitergeleitet. In Wiesbaden wird demnächst über den zur Schaffung des Baurechts notwendigen Planfeststellungsbeschluss entschieden. Und zwischen der Gemeinde Ebsdorfergrund und dem Land Hessen wird parallel dazu eine Verwaltungsvereinbarung ausgehandelt. „Darin wird beispielsweise alles über unsere Vorfinanzierung beschrieben - auch, was passieren soll, wenn es unerwartete Mehrkosten gibt“, erklärt Andreas Schulz, der darauf setzt, dass das Land die Gemeinde in einem solchen Fall nicht alleine lässt.

Damit die Straße zeitnah gebaut werden kann, leiht Ebsdorfergrund dem Land 3,8 Millionen Euro. Damit sollen die Kosten für den Bau und Grundstückserwerb abgedeckt sein.

Mit dem Bau der Umgehung soll die Ortsdurchfahrt Heskem, die durch eine hohe Verkehrsbelastung gekennzeichnet ist, entlastet werden. Im dem vom RP vorgenommenen Anhörungsverfahren haben alle Träger öffentlicher Belange sowie die Gemeinde Ebsdorfergrund keine grundlegenden Bedenken vorgetragen, teilte das Regierungspräsidium mit. Demgegenüber konnte mit den beteiligten Privatpersonen, die Einwände geltend gemacht haben, sowie den Naturschutzvereinigungen kein Einvernehmen hergestellt werden. Wie die Behörde mitteilt, stellen diese Einwendungen die „Ausgewogenheit der Planung einschließlich der Planänderung jedoch nicht in Frage“. Alle mit dem Straßenbau einhergehenden Eingriffe würden durch entsprechende Ausgleichsmaßnahmen - wie für Schmetterling und Fledermaus - kompensiert.

von Carina Becker

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