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Südkreis „Neue Töne“ treffen den Nerv der Zeit
Landkreis Südkreis „Neue Töne“ treffen den Nerv der Zeit
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17:06 20.09.2016
Der gemischte Chor „Neue Töne“ besang mit dem Lied „Touchofonie“ die Sucht nach dem Smartphone. Quelle: Patricia Grähling
Ebsdorf

In Ebsdorf gibt es jedes Jahr einen musikalischen Auftakt zum autofreien Sonntag: Am Abend zuvor lädt der Männergesangverein (MGV) Ebsdorf zum Hoffest im Ortskern ein. Bei Mansfelders auf dem Hof wird dann gesungen, getanzt und gefeiert.

Den Abend im beheizten Festzelt auf dem historischen Fachwerkhof eröffnete der Männerchor der Gastgeber. Sie begrüßten die Gäste mit dem Lied „Heimat“. Unter Leitung von Klaus Fillsack intonierten sie unter anderem auch „Ich ging omol spaziere“ und begeisterten mit dem Gospel „I want to go to heaven“.

Gemischter Chor singt über Handysucht und neue Medien

Der gemischte Chor „Neue Töne“ brachte viel Humor mit: Sie sangen von einer netten Begegnung, die aus der Feder von Oliver Gies stammt. Die humorvoll gesungene Zusammenkunft zweier entfernter Bekannten hatte dabei natürlich ein überraschendes Ende. Den Nerv der Zeit trafen sie mit dem Song „Touchofonie“. Darin besangen sie das Phänomen, dass Menschen beieinander sitzen und dennoch nur auf ihr Smartphone schauen, um schnell mal eben eine Nachricht zu versenden oder „Facebook“ zu checken. „Ein klarer Fall für die Psychiatrie“, lautete das gesungene Urteil. Viel Bewegung brachte der Chor unter der Leitung von Jochen Mink mit „Ain‘t no mountain high enough“ mit, und Schwung gab es mit dem bekannten Gospel „Oh happy Day“, ohne den die Musiker nicht von der Bühne durften.

Zu Gast war wieder der MGV Niederwald, der ebenfalls unter der Leitung von Klaus Fillsack singt. Die Männer hatten einige Volkslieder im Gepäck. Sie sangen von Schimmeln und quakenden Fröschen. Den Abschluss des Konzerts bildeten sie gemeinsam mit dem Ebsdorfer Männerchor, unter anderem mit dem viel bejubelten „Bajazzo“. Nach dem Konzertteil war mit Musik noch lange nicht Schluss und zu Schlagern und Volksliedern tanzten und feierten die  Besucher bis in die späte Nacht.

Am nächsten Sonntagmorgen ab zehn Uhr luden die Kirchenglocken dann wieder auf den Hof ein: Zum Hoffest gehörte auch traditionell ein Gottesdienst im Zelt. Den Familiengottesdienst hielt Pfarrer Eric Weidner. Anschließend ging der Tag in einen Frühschoppen über, der während des autofreien Sonntags natürlich bis in den Abend ging.

von Patricia Grähling