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Neue Chance für altes Backhaus

Zuschuss für Sanierung Neue Chance für altes Backhaus

Auch, wenn es gegenwärtig kein bürgerschaftliches Interesse an einer Nutzung des alten Backhauses Roth gibt, so will der Ortsbeirat es doch erhalten. Das Geld für für eine Fassaden-Sanierung kommt wohl zusammen.

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Klein, und im Moment nicht gerade fein: das alte Backhaus in Roth.

Quelle: Thorsten Richter

Roth. Ein historisches Gebäude soll erhalten und Geschichte damit bewahrt werden. Zugleich soll ein Schandfleck weichen. Diese Interessen verfolgt der Ortsbeirat Roth, der das alte, denkmalgeschützte Backhaus im Ortskern zumindest von außen sanieren lassen will – auch, wenn es zurzeit keine Bürger gibt, die das kleine Häuschen nutzen wollen.

Im Oktober vergangenen Jahres rief Ortsvorsteher Michael Pfeffer die Rother auf, dem Ortsbeirat ihre Ideen für eine Nutzung des Backhauses mitzuteilen. „Wie befürchtet gab es keinerlei Rückmeldung“, berichtet Pfeffer nun auf Anfrage der OP.

„Zurzeit ist es nicht gerade ein Vorzeigeobjekt“

In dem Weimarer Ortsteil leben rund 900 Menschen. Und wenn auch heute niemand von ihnen Interesse an einer Nutzung hat, so könnte dies in wenigen Jahren schon wieder ganz anders aussehen, findet Pfeffer, der bei der Gemeinde für eine Außensanierung des Häuschens wirbt. „Zurzeit ist es nicht gerade ein Vorzeigeobjekt“, sagt der Ortsvorsteher über das Backhaus, in dem der Ofen schon seit rund zehn Jahren aus ist.

Rother Familien, die dort einst noch regelmäßig backten, haben inzwischen längst Alternativen gefunden – die Öfen in dem Häuschen funktionierten nicht mehr. Und auch außen bröckelt es: Von dem knapp 40 Quadratmeter großen, eingeschossigen Häuschen mitten im Dorf fällt hier und da Putz herunter, ein langer Riss zieht sich durch eine der Außenwände.

Neues Gutachten für Außensanierung soll her

Das Gebäude soll wenigstens so saniert werden, dass die Bausubstanz durch Feuchtigkeit keinen Schaden nimmt, wünscht der Ortsbeirat. „Eigentlich müssen nur Putz und Sockel saniert werden“, sagt Pfeffer und verweist darauf, dass die meisten Menschen in Roth für einen Erhalt des Häuschens sind. „Wer weiß schon, was in 10 oder 15 Jahren ist, vielleicht wollen dann wieder Leute dort backen.“

Für die Kosten einer Außensanierung hat das Bauamt der Gemeinde Weimar, die der Eigentümer des Backhauses ist, schon vor längerer Zeit eine Schätzung vorgenommen – 4200 Euro würde es demzufolge kosten, das Häuschen wieder in Schuss zu bringen. Bürgermeister Peter Eidam hat nun ein genaueres Gutachten veranlasst. „Eine Fachfirma soll sich das anschauen“, erklärt er und geht davon aus, dass die Kosten wohl eher ein bisschen höher ausfallen könnten. Eidam befürwortet, dass das Backhaus im Sinne einer Verschönerung des Ortsbildes saniert wird – auch unabhängig von einem Nutzungskonzept, betont er. Wieviel Geld die Gemeinde dafür bereit stellen kann, will er in den nächsten Tagen überprüfen.

Eines Zuschusses kann sich die Gemeinde beim Erhalt des Backhauses sicher sein. Schon 2011 sagte Denkmalschützer Dr. Bernhard Buchstab stellvertretend für das Landesamt für Denkmalpflege einen finanziellen Beitrag zu – von den geschätzten 4200 Euro würde das Landesamt die Hälfte tragen.

Am Erhalt des Häuschens ist den Denkmalschützern sehr gelegen, denn das Backhaus gilt als Einzelkulturdenkmal. Der Sandsteinsockel soll noch aus dem 18. Jahrhundert stammen. Ein Abriss ist keine Option.

Die erhoffte Außensanierung kann nach den Worten des Bürgermeisters auch kurzfristig möglich werden. „Ich denke, dass sich in den nächsten Monaten etwas tut“, sagt Eidam.

von Carina Becker

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