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„Möchte nicht als Buhmann dastehen“

Vereinsaustritt „Möchte nicht als Buhmann dastehen“

Dieter Friauf ist Geflügelzüchter aus Leidenschaft. Gern hat er sich im Verein in Niederwalgern engagiert. Doch dann kam es zum Bruch, dessen Ursprung ihm bis heute schleierhaft ist. Er möchte eine Erklärung dazu.

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Dieter Friauf züchtet in Wenkbach weiße Zwerg-Wyandotten. Er ist Geschäftsführer des deutschlandweit agierenden Sondervereins zur Förderung und Erhaltung dieser Tiere.

Quelle: Nadine Weigel

Wenkbach. Der Rassegeflügelzuchtverein Niederwalgern hat einen Aderlass an Mitgliedern zu verkraften, stellt Dieter Friauf aus Wenkbach heraus. Er zeigte sich darüber verärgert, dass sein Mitgliedschaftsende im Jahresbericht des Vorsitzenden Werner Löwer auf eine Meinungsverschiedenheit reduziert und als Einzelfall dargestellt wurde (die OP berichtete). „Zunächst muss einmal die ganze Wahrheit gesagt werden. Mein Austritt zog weitere Austritte nach sich“, so Friauf.

Um das Ausmaß darstellen zu können habe er sich die Erlaubnis eingeholt, die Namen der Männer nennen zu dürfen, die inklusive Familienangehörigen ihr Engagement im Rassegeflügelzuchtverein Niederwalgern beendeten, weil sie nicht damit einverstanden waren, wie mit Dieter Friauf verfahren wurde. So gaben das Vorstandsmitglied Andreas Kaletsch, Reinhard Nau, Heinrich Eidam aus Oberweimar, Johannes Liese, Siegfried Becker, Hans-Anton Peil und Heinrich Steitz ihre Mitgliedschaft zurück. Sie waren zum Teil mehr als 30 Jahre im Verein.

„Ich verstehe nach wie vor nicht, was das alles sollte, aber ich möchte nicht als Querulant dastehen“, nennt Friauf seine Gründe, in die Offensive zu gehen. Nach seiner Darstellung war ein Familienmitglied des Vorsitzenden der Auslöser.

„Ein Nichtmitglied des Vereins mischt sich in das Vereinsgeschehen ein, bringt hier, wie in den vergangenen Jahren, Unruhe hinein und spaltet den Verein.“ Grund sei ein Impftermin gewesen, welcher im Terminplaner ausgegeben in der Jahreshauptversammlung 2011 falsch dargestellt worden sei. Friauf: „Das Nichtmitglied versuchte den Termin auf Biegen und Brechen um eine Woche zu verlegen. Der teilnehmende RGZV Fronhausen stimmte aber der Verlegung nicht zu. Da man nun keinen Ausweg mehr wusste, benutzte der Niederwälger Vorstand meinen Namen als Schuldigen zur Verlegung des Impftermins. Ein Vorgehen, das ich nicht nachvollziehen kann. Dies habe ich dem Vorstand auch so mitgeteilt.“ Daraufhin seien der Vorsitzende und sein Stellvertreter von ihren Ämtern zurückgetreten, so Friauf. Am 9. September 2011 sollte dann in einer außerordentlichen Jahreshauptversammlung neu gewählt werden.

„Ich sehe den Vorstandin der Verantwortung“

Friauf: „Ein Züchter aus Niederwalgern führte zu dieser Zeit massive Hetzkampagnen gegen mich. Dann kam es zu einer Reihe von Verstößen gegen die Satzung, Geschäftsordnung und das Vereinsrecht. Die Teilnehmer der Versammlung wurden arglistig getäuscht, um einen Ausschluss meiner Person zu erreichen. Daraufhin verließen viele Teilnehmer die Versammlung. Die zurückgetretenen Vorstandsmitglieder ließen sich wieder in ihre Ämter wählen und mein Ausschluss wurde beschlossen.“

Friauf wandte sich dann an den LV Kurhessen, der die Verstöße bestätigte. „Ich kündigte dann meinerseits fristgemäß zum 31. Dezember, frage mich aber noch heute, warum das alles sein musste.“ Er sieht den Vorstand in der Verantwortung, der erklären müsse, wieso so viele Mitglieder ausgetreten sind. *

Natürlich wurde von OP-Seite auch dem Vorstand die Möglichkeit eingeräumt, zu diesem Themenkomplex Stellung zu beziehen. Der Vorstand um Werner Löwer beließ es bei wenigen Sätzen, die da lauten: „Der RGZV Niederwalgern und der Landesverbandsvorstand lehnen eine Veröffentlichung des Leserbriefes von Herrn Friauf [der sich auf den Bericht zur Jahreshauptversammlung bezog und Anlass dieses Artikels ist, Anmerkung der Redaktion] ab. Zu den Vorwürfen wurde eine Schlichtung durch den Landesverbandsvorsitzenden Herrn Helmut Ludlof und Herrn Karl Kahler im September 2011 erzielt. Beide Seiten, der RGZV Niederwalgern sowie Herr Friauf, akzeptierten den Kompromiss. Ein verbales Nachtreten überrascht und ist gegen die Vereinbarung.“

Friauf versteht sich keineswegs als „Nachtreter“. Er ist der Meinung, dass es langjährige Mitglieder verdient haben, dass ihr Austrittsgrund deutlich dargestellt und nicht als Meinungsverschiedenheit abgetan wird.

von Götz Schaub

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