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Mit der Kamera in den Abwasserkanal

Dreihausen Mit der Kamera in den Abwasserkanal

Es wird ein großer Aufwand, doch die Gemeinde Ebsdorfergrund will ihren Bürgern die Arbeit abnehmen: Sie organisiert die Untersuchung sämtlicher privater Abwasser-Zuleitungskanäle. Es sind knapp 3.000 an der Zahl.

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Abwassermeister Lars Debelius (links) und Wassermeister Marco Oppermann inspizierten vor einigen Jahren den Stauraumkanal des Regenrückhaltebeckens in Beltershausen. So wie zunächst die gemeindlichen Kanäle, müssen künftig auch die privaten Anschlüsse auf Schäden und Undichtigkeiten überprüft werden.

Quelle: Rainer Waldinger

Dreihausen. Eine freie Wahl haben Hauseigentümer in dieser Sache nicht – im Ebsdorfergrund ebenso wenig wie anderswo. Gemäß der neu gefassten Abwassereigenkontrollverordnung (EKVO) aus dem Jahre 2010 müssen neben dem öffentlichen Kanalnetz als auch die privaten Zuleitungskanäle der Hauseigentümer auf ihre Dichtigkeit überprüft werden. Die Kosten dafür müssen die Hauseigentümer selbst tragen.

„Wir nehmen den Bürgern damit die Arbeit ab“, erklärt Bürgermeister Andreas Schulz (SPD). Beginnen sollen die Untersuchungen im neuen Jahr – damit ist die Gemeinde dann der Zeit voraus, denn vom Gesetzgeber her müssen die Kontrollen bis 2025 erfolgen. In den vergangenen Jahren hat Ebsdorfergrund die öffentlichen Abwasseranlagen – Kläranlage, 70 Kilometer Kanal und Regenrückhaltebecken – auf den neuesten Stand bringen lassen.

Die Gemeinde habe sich entschieden, die Untersuchung der Hausanschlüsse als Aufgabe der Solidargemeinschaft zu verstehen und gesammelt  zu organisieren, weil den Bürgern dadurch Vorteile entstünden. „Zum einen ist es eine Entlastung gerade für ältere Menschen, die mit der Organisation einer solchen Kontrolle oftmals überfordert sind. Und sie laufen auch Gefahr, an Scharlatane zu geraten, die bei solchen Gelegenheiten ein Geschäft machen wollen.“

Zum anderen könne durch die Ausschreibung der Untersuchungsarbeiten im Verbund für die rund 3.000 Hausanschlüsse ein besserer Preis erzielt werden. „Wir können die finanzielle Belastung für die Bürger somit gering halten“, sagt Schulz.

Nachteil bei dem Verfahren: Alle sind in der Pflicht, den von der Gemeinde vorgeschriebenen Weg mitzugehen. Also werden auch jene Hauseigentümer von ihrer Verantwortung entbunden, die die Sache vielleicht lieber selbst in die Hand nehmen würden.

Untersucht werden die Hausanschlüsse vom Hauptkanal aus mit speziellen Kameras, die durch die Rohre fahren, erklärt Lars Debelius, Abwassermeister der Gemeinde Ebsdorfergrund.

von Carina Becker

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