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Südkreis Mit 93 Jahren gibt‘s die Runderneuerung
Landkreis Südkreis Mit 93 Jahren gibt‘s die Runderneuerung
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16:28 10.07.2012
Jetzt geht es los: Die Lahnbrücke bei Sichertshausen wird saniert.Privatfoto
Sichertshausen

Vorgesehen ist, dass die 93 Jahre alte Brücke innerhalb von 90 Tagen „grundhaft saniert“ werden soll, berichtet Fronhausens Bürgermeister Reinhold Weber. Er sei froh, ließ er sich beim Ortstermin auf der Baustelle zitieren, dass das Bauvorhaben endlich umgesetzt werden kann, denn der Zustand der Brücke habe ihm trotz aller Sicherheitsvorkehrungen (Last- und Geschwindigkeitsbegrenzung) permanent Bauchschmerzen“ bereitet. Die Brücke ist eine wichtige Verkehrsverbindung des östlich und westlich der Lahn gelegenen Gemeindegebietes und gleichzeitig Teil der überregionalen Radwege (Lahn-Radweg „Lange Hessen“).

Bei der sichtlich in die Jahre gekommenen Betonbrücke hatte eindringende Feuchtigkeit in Verbindung mit Sauerstoff Korrosion in der Betonbewehrung hervorgerufen, die wiederum zu Rissen, Abplatzungen und Hohlstellen in der Betondeckschicht geführt hatte (die OP berichtete).

Aufgrund der vorliegenden Schäden war die Standsicherheit der Geländerbrüstung nicht mehr ausreichend. Pfeiler, Betonbögen und Stirnwände wiesen zwar vergleichsweise geringere Schäden auf, jedoch durch die fehlende Brückenabdichtung beeinträchtigt die anhaltende Durchfeuchtung ihre Dauerhaftigkeit der Bauteile.

Wegen der hohen Baukosten - 800000 Euro - musste die Baumaßnahme immer wieder verschoben werden, was zwangsläufig, um die Sicherheit zu gewährleisten, zu Nutzungseinschränkungen geführt habe.

Als sich jetzt die Möglichkeit bot, im Rahmen des noch laufenden Flurbereinigungsverfahrens Fronhausen-Sichertshausen, Beihilfen aus der EU-Zuckermarktordnung in Höhe von 80 Prozent der Baukosten zu erhalten, sei es bei 20 Prozent Eigenanteil der Gemeinde keine Frage gewesen, noch länger zu warten. Die Gemeinde wäre letztlich sonst auf den Gesamtkosten sitzengeblieben.

Wichtige Verbindung wird denkmalgerecht saniert

Wie Alfred Heidemann und Kurt Moog vom Amt für Bodenmanagement berichteten, bleibt bei der Sanierung die eigentliche Tragkonstruktion, bestehend aus den Widerlagern, den Pfeilern, den drei Betonbögen mit darauf sitzenden Stirnwänden erhalten. Die punktuellen Schäden an den Betonoberflächen dieser Bauteile werden instand gesetzt. Die Brücke erhält einen vollständig neuen Brückenüberbau, bestehend aus einer neuen Fahrbahnplatte mit einer Fahrbahnbreite von 3,80 Metern, beidseitig angeordneten neuen Schrammborden, einer neuen lichten Weite von 5 Metern zwischen den Betongeländern, einer Abdichtung und einem neuen Fahrbahnbelag aus Asphalt.

Die Brückengeländer werden ebenfalls denkmalgerecht rekonstruiert und als neue Fertigteile aus Beton in den Brückenüberbau eingebaut. Dem Plan wurde im Frühjahr vom Landkreis im Einvernehmen mit dem Landesamt für Denkmalpflege Hessen die denkmalschutzrechtliche Genehmigung erteilt. Die Planung rekonstruiert das architektonische Gesamtbild der Brücke mit leicht veränderten geometrischen Abmessungen und stellt gleichzeitig sicher, dass alle Anforderungen, bezüglich der Standsicherheit, der Verkehrssicherheit, der Dauerhaftigkeit und der Tragfähigkeit, erfüllt werden.

Die Oberflächengestaltung und die Farbigkeit der rekonstruierten Elemente orientieren sich dabei am historischen Bestand. Die vorhandene Tragkonstruktion, in Verbindung mit dem neuen Brückenüberbau, ermöglicht eine neue Verkehrsbelastung mit Fahrzeugen bis zu 30 Tonnen Gesamtgewicht. Ende September sollten die Arbeiten abgeschlossen sein.

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