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Millionenprojekt nimmt Gestalt an

Ebsdorfergrund Millionenprojekt nimmt Gestalt an

Zu einem Tag der offenen Tür hatten die Betreibergesellschaft Biogas Ebsdorfergrund sowie die Gemeinde Ebsdorfergrund am Samstag eingeladen.

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Auf Besichtigungstour beim Tag der offenen Biogasanlage: Helmut Piscator und Bruno Weimer stehen im Fermenter (großes Foto). Malte Pierau, von der Altus AG als Projektleiter der Biogas Ebsdorfergrund eingesetzt, zeigt den Besuchern den Plan der Anlage.

Quelle: Martina Becker

Heskem-Mölln. Die Führungen über das rund vier Hektar große Gelände machten die Dimension der Anlage deutlich.  Silo, Fermenter und Gärrestlager – das sind in groben Zügen die drei baulichen Elemente, die die Anlage ausmachen.

Dutzende Interessierte aus den umliegenden Dörfern kamen schon gleich am Samstagmorgen zur Baustelle, um sich über den Entwicklungsstand der größten Biogasanlage in Mittelhessen zu informieren. Seit dem ersten Spatenstich am 16. März wurde hier einiges bewegt. Der Bau ist jetzt so weit fortgeschritten, dass man als Besucher eine Vorstellung davon bekam, wie sich das fast vier Hektar große Gelände einmal darstellen und die Anlage arbeiten wird.

Ab Sommer 2012 soll in den Fermentern täglich aus 90 bis 100 Tonnen Substrat Biogas gewonnen werden. Dieses wiederum wird in Bioerdgas umgewandelt, das dann über die Erdgasleitungen der Stadtwerke Marburg direkt zum Verbraucher geht. Bürgermeister Andreas Schulz sprach zu Beginn der Führungen von einem Vorzeigeprojekt, das ein bedeutender Schritt zur eigenständigen Energieversorgung der Gemeinde Ebsdorfergrund sei und zum Erhalt der Landwirtschaft beitrage.

Hinter diesem Konzept stehen drei Gesellschaften, wie Wolfgang Fettig, Geschäftsführer der Biogas Ebsdorfergrund GmbH und Co. KG erklärte. Fünfzig Prozent der Gesellschaft gehören den Kraftwerken Mainz Wiesbaden und zu je 25 Prozent sind Anlagenbau Weltec und die Altus AG, die auch Projektplaner ist, Anteilseigner.

Insgesamt werden es rund 40.000 Tonnen Substrat, sprich Mais, Gräser, Gerste- und Triticale-Ganzpflanzensilage oder Gülle sein, mit denen die Biogasanlage das Jahr über am Laufen gehalten werden soll. Erwartet werde von dem System, dass es aufgrund geringer Wartungsarbeiten von den im Jahr verfügbaren 8.760 Stunden etwa 8.400 Stunde laufe, informierte Fettig.

Welche baulichen Dimensionen die Verarbeitung solcher Mengen an organischem Material einnimmt, verdeutlichten die Führungen von Kleingruppen über das Gelände. Diese übernahmen die Mitarbeiter von Altus und Biogas Ebsdorfergrund.

Allein für die Lagerung der Substrate wurden sechs Silos mit einer Gesamtgrundfläche von einem Hektar und einer Wandhöhe von vier Metern  gebaut. Bis zu sechs Meter hoch sollen die Substrate hier gelagert werden. Angebaut werden diese auf etwa 600 Hektar Ackerfläche. Die Belieferung wird von 20 Landwirten aus einem Umkreis von zehn Kilometern erfolgen.

Bereits für den Lagerbereich waren das beeindruckende Zahlen, die von den interessierten Besuchern im Laufe der Führungen erfragt wurden. Nicht minder interessant war es, einmal in einem der Fermenter zu stehen, um dessen Größe zu ermessen. Drei „Edelstahlbehälter“ mit einem Durchmesser von 27 Metern und einer Höhe von 6 Metern werden im Jahr 7,5 Millionen Kubikmeter Biogas produzieren. Das wiederum entspreche einer Energiemenge von mehr als 40 Millionen Kilowattstunden, sagte Fettig. Stolz sind die Betreiber darauf, dass diese Zahlen eine 92-prozentige Ausnutzung der eingebrachten Energie darstellen. Das ist nur möglich, weil in Heskem-Mölln nicht – wie sonst üblich – aus dem Biogas Strom, sondern Bioerdgas gewonnen wird.

von Martina Becker

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