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Mietschulden: Ehepaar kommt glimpflich davon

Aus dem Gericht Mietschulden: Ehepaar kommt glimpflich davon

Mit einem blauen Auge kam ein Ehepaar vor dem Marburger Amtsgericht davon, obwohl es über mehrere Monate seine Miete für eine Wohnung im Ebsdorfer Grund schuldig geblieben war.

Marburg. Richter Dominik Best stellte die Verfahren gegen die beiden wegen Betrugs letztendlich ein. Laut Anklage haben die beiden 30-Jährigen Ende 2010 einen Mietvertrag unterschrieben, obwohl sie da bereits wussten, dass sie die Miete in Höhe von 500 Euro plus 150 Euro Nebenkosten nicht zahlen konnten. Weil jedoch zunächst, wenn auch nicht immer pünktlich, Zahlungen erfolgt seien, ließe sich der vorsätzliche Betrugsvorwurf nur noch bedingt aufrecht erhalten, befand Staatsanwältin Tina Grün am Ende der Verhandlung.

Der Mann gab an, erst nach dem Auszug seiner Ehefrau, von der er inzwischen getrennt lebt, die jetzt bestehenden Mietschulden in Höhe von 3575 Euro zum größten Teil aufgebaut zu haben. Da sei er nämlich arbeitslos geworden. Seine Noch-Ehefrau beteuerte, sich darauf verlassen zu haben, dass er die finanziellen Angelegenheiten regele, auch nachdem der Vermieter bei ihr gemahnt habe. „Das hätte doch dicke gereicht“, zeigte sich Richter Best verwundert darüber, dass angesichts von etwa 2000 Euro Nettofamilieneinkommen die Zahlungen von Beginn an nicht regelmäßig erfolgten und die Kaution nie hinterlegt wurde. Und Staatsanwältin Grün betonte gegenüber dem Angeklagten „so jemand wie Sie, der von Wohnung zu Wohnung zieht, nennt man Mietnomade“.

Bereits aus einem älteren Mietverhältnis hatte das Paar Mietschulden und nach dem Auszug aus der Wohnung im Ebsdorfer Grund hat der Mann laut Grün für eine weitere Wohnung keine Miete bezahlt. Vielmehr habe er vom Kreisjobcenter, das heute für beide Angeklagten für die Wohnungskosten aufkommt, fälschlicherweise an ihn gezahltes Geld für Mietkosten einbehalten.

Gegen die Frau wurde das Verfahren wegen geringer Schuld ohne Auflagen eingestellt. Der Mann muss 50 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. „Wenn es noch einmal passiert, wird es nicht mehr so ausgehen wie heute“, gab Grün dem Ehepaar warnend mit auf den Weg.

von Heiko Krause

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