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Mann hält Schlagen der Ehefrau für gerechtfertigt

Amtsgericht Mann hält Schlagen der Ehefrau für gerechtfertigt

Um den Vorwurf einer Körperverletzung zwischen Eheleuten klären zu können, setzte Richterin Isabel Rojahn beim Amtsgericht einen zweiten Verhandlungstag mit einer weiteren Zeugin an.

Marburg. Wie die Körperverletzung eines Angeklagten aus dem Nordkreis gegenüber seiner Frau genau abgelaufen war, stand in der Verhandlung wieder in Frage. Der Vorwurf konnte nicht einwandfrei geklärt werden und so setzte Richterin Isabel Rojahn einen weiteren Verhandlungstag an.

Zur Verhandlung standen zwei Vorfälle im April des vergangenen Jahres. Hier soll der mittlerweile 33-jährige seine Frau so auf die Brust geschlagen haben, dass ein Arzt noch Tage später Blutergüsse diagnostizieren konnte. Den Arzt suchte sie jedoch wegen eines anderen Vorfalls auf. Am Abend des 20. April 2011 soll der Mann laut Anklageschrift seine Ehefrau mit dem Ellenbogen gegen die Kehle gedrückt und sie gewürgt haben.

Ungefähr drei Minuten soll dieser Vorfall nach Aussage der als Zeugin auftretenden Ehefrau gedauert haben. Jeden Augenblick habe sie damit gerechnet, dass „es vorbei sei“, denn das Bewusstsein habe sie beinahe schon verloren. Seine Drohung, er würde sie umbringen, kann sie bis heute nicht vergessen, wie sie vor Gericht berichtete.

Die Würgemale wurden am darauffolgenden Tag von einem Arzt im Attest festgehalten. Der Angeklagte bekräftigte während der Verhandlung jedoch mehrmals, dass seine Ehefrau „sich immer alles zurecht legt, wie es ihr passt“ und er sie zwar geohrfeigt, nicht aber minutenlang gewürgt habe.

Diese Ohrfeigen waren seiner Überzeugung nach vollkommen gerechtfertigt, denn „wenn sie mich nicht in Ruhe lässt, dann gibt’s eben ein paar“. Anlass des Streits zwischen den Eheleuten sei der Verdacht der Ehefrau gewesen, ihr Mann habe eine Affäre.

Da der Ehemann den Vorwurf des Würgens gegenüber der Polizei zwar zugab, während der Verhandlung aber mehrmals bestritt, beschloss Rojahn, vor der Urteilsverkündung noch eine Polizistin hören zu wollen, die die Aussage des Angeklagten im vergangenen Jahr aufgenommen hatte. Den Fortsetzungstermin setzte sie für Montag, den 23. Januar um 14 Uhr an.

von Sonja Achenbach

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