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„Gefährlich für die Allgemeinheit“

Ehemaliger Paleshof-Besitzer „Gefährlich für die Allgemeinheit“

Der ehemalige Besitzer des Paleshofes in Oberweimar muss dauerhaft in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werden. Das hat das Landgericht Fulda geurteilt.

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Der ehemalige Besitzer des Oberweimarer Paleshofes (links) saß wegen versuchten Mordes schon über fünf Jahre im Gefängnis. Jetzt wird er in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen.

Quelle: Sebastian Kircher

Fulda. Die Erste Große Strafkammer unter Vorsitz von Richter Josef Richter hält den 71-Jährigen für „gefährlich für die ­Allgemeinheit“ und befürchtet, dass ähnliche Taten wie in Oberweimar folgen, sollte der frühere Landwirt freikommen. Dort hatte er im März 2011 ein Loch in die Gasleitung seines landwirtschaftlichen Anwesens, dem Paleshof, gebohrt, um so eine Zwangsversteigerung zu verhindern. Dafür wurde er im September 2011 vom Landgericht Marburg wegen versuchten Mordes verurteilt.

Er wollte keine Fußfesseln

In Fulda stand der Mann vor Gericht, weil er sich nach seiner fünfeinhalbjährigen Haftstrafe,­ die er zuletzt in der JVA Hünfeld im Landkreis Fulda verbüßt hatte, geweigert hatte, eine elektronische Fußfessel anzuziehen. Mit dieser sollte verhindert werden, dass der Landwirt ins Marburger Land zurückkehrt, um dort Rache zu üben.

"Lebt in seiner eigenen Wirklichkeit"

Richter Richter sagte, dass sich seit dem Marburger Urteil nichts geändert habe: „Er hat die Tat immer abgestritten, in der Haft jegliche Angebote abgelehnt.“ Stattdessen habe er „Verschwörungstheorien entwickelt“, habe Mitarbeiter der Sparkasse und örtliche Politiker für seine Misere verantwortlich gemacht.

„Die Ereignisse rund um den Paleshof beschäftigen ihn nach wie vor“, sagte der Vorsitzende. Das habe sich in der Haft verschlimmert. Der 71-Jährige ­habe seine „Feindesbilder“ stetig weiter ausgebaut. Zwei Gutachter hatten ihm in dem insgesamt fünf Verhandlungstage dauernden Prozess eine „wahnhafte Störung“ attestiert: Der Mann sei für vernünftige Argumente nicht zugänglich, lebe in seiner eigenen Wirklichkeit, hieß es in dem Gutachten. Deswegen müsse der 71-Jährige in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen werden.

von Sebastian Kircher

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