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Südkreis LED-Umrüstung in Weimar vom Tisch
Landkreis Südkreis LED-Umrüstung in Weimar vom Tisch
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06:16 05.04.2012
In anderen Gemeinden wird schon auf LED umgerüstet. Diese Laterne leuchtet als Anschauungsstück in Sterzhausen. Quelle: Thorsten Richter
Niederweimar

Auf einen Antrag der SPD-Fraktion vom Januar, hat sich der Weimarer Gemeindevorstand mit der Umrüstung der Straßenbeleuchtung befasst. Inwieweit wäre eine Umrüstung der Straßenbeleuchtung sinnvoll, in welcher Höhe könnten Energiekosten eingespart werden und wie hoch wäre der Investitionsaufwand - diese Fragen wollten die Sozialdemokraten beantwortet wissen.

Bürgermeister Peter Eidam (parteilos) erstattete in der jüngsten Gemeindevertretersitzung Bericht. „Wir haben uns intensiv mit dem Thema befasst“, sagte Eidam und verwies auf die Marburger Stadtwerke, die inzwischen mehrere Gemeinden im Landkreis hinsichtlich der Umrüstung von Straßenbeleuchtung beraten und auch als Partner bei einer Umstellung auftreten. „Wir halten es grundsätzlich für sinnvoll, aber die Mittel fehlen“, fasste Eidam das Ergebnis zusammen. Das Umrüsten auf LED – die Laternen bekommen dabei einen neuen Kopf – kostet 450 Euro pro Lampe, inklusive Montage sind es 500 Euro. Das würde für Weimar eine Investition in Höhe von 380.000 Euro bedeuten.

Strom für Straßenlampen kostet 45.000 Euro im Jahr

Eine Förderung von 25 Prozent der Kosten aus Bundesmitteln wäre möglich – doch auch dann wäre die Investition noch zu hoch für Weimar, wie der Bürgermeister verdeutlichte: „Durch den defizitären Haushalt bekämen wir da ein Problem mit der Kommunalaufsicht“.

Bei einer Komplettumrüstung alter Straßenlaternen auf LED soll eine Stromeinsparung von 60 Prozent möglich sein, doch gibt es in der Gemeinde Weimar bereits einzelne Straßen, deren Beleuchtung schon optimiert wurde. Die Einsparung fiele dort also geringer aus.

Gegenwärtig gibt die Gemeinde jährlich 45.000 Euro für den Strom aus, der durch die Straßenbeleuchtung verbraucht wird. 236 Lampen sind mit einer alten Quecksilber-Beleuchtung ausgestattet – „die müssen definitiv ersetzt werden“, erklärte Eidam und verwies auf eine gesetzliche Frist, die 2015 auslaufe.

484 Laternen, also der Großteil, sind bereits auf die stromsparenderen Leuchtstofflampen umgestellt.

Hinzu kommen noch die Lampen in den Neubaugebieten, die bereits auf dem aktuellen Stand sind. „Eine Strom-Einsparung von 50 Prozent gegenüber dem Ist-Stand wäre schon möglich“, schätzte Eidam und bezifferte diese Ersparnis mit rund 22.000 Euro jährlich - demgegenüber sei die Investition zu hoch.

Leuchtstoffröhren als Alternative

Strom sparen will die Gemeinde dennoch. „Wir wollen schauen, wo wir zu bestimmten Zeiten auch mal Lampen ausschalten können und wo wir auch mal auf Leuchtstoffröhren umrüsten können“, kündigte der Bürgermeister an.

Ansonsten heißt es abwarten – bis die Preise auf dem LED-Sektor fallen.

von Carina Becker