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Kirche hinkt mit Investitionen hinterher

Sanierungsstau Kirche hinkt mit Investitionen hinterher

Zum Jahresende 2013 endete in Ebsdorfergrund die Tradition landesherrschaftlicher Verantwortung für die Unterhaltung von Kirchengebäuden. Zehn Jahre lang hat sich die Gemeinde davon freigekauft.

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Die Kirche soll stärker in den Erhalt ihrer Gotteshäuser investieren, beispielsweise in die Kirche Ebsdorf, findet Ebsdorfergrunds Bürgermeister Andreas Schulz. Er beklagt einen Investitionsstau im Kirchspiel Ebsdorf von einer halben Million Euro.

Quelle: Tobias Hirsch

Dreihausen. Vertreter von neun Kirchengemeinden, Ebsdorfgrunds Bürgermeister Andreas Schulz sowie der damalige Erste Beigeordnete Willi Brandenstein unterzeichneten im Mai 2004 in einer feierlichen Zeremonie im Schloss Rauischholzhausen den Vertrag zur Ablösung der seit Jahrhunderten bestehenden Kirchenbaulasten. Damit ging die Verantwortung für den Bau und die Erhaltung der Kirchengebäude in die Hände der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck über. Sie erhielt seitdem jährliche Zahlungen in Höhe von 128000 Euro.

Zum 31. Dezember 2013 hatte die Gemeinde die insgesamt vereinbarten rund 1,3 Millionen Euro vollständig überwiesen. „Ein historisches Datum“, sagt Bürgermeister Schulz rückblickend über das „Ende der Tradition landesherrschaftlicher Verantwortung für die Unterhaltung von Kirchengebäuden“. „Die Gemeinde Ebsdorfergrund war damals die erste Kommune, die sich mit ihren Kirchengemeinden auf diese Regelung einigte“, erklärt Schulz über die Umsetzung einer Rahmenvereinbarung, auf die sich die kommunalen Spitzenverbände, das Land Hessen und die evangelische Landeskirche verständigt hatten.

Je zur Hälfte wurden die jährlichen Kosten von der Gemeinde und dem Land Hessen getragen. Was machte die Kirche aus dieser finanziellen Eigenständigkeit? Schulz erinnerte, dass mit den Zahlungen der Investitionsstau aufgelöst, Arbeitsplätze im Handwerk gesichert und für den Erhalt der Gotteshäuser sowie ihre weiter Nutzbarkeit gesorgt werden sollte. Das Urteil darüber, ob diese Ziele erfüllt wurden, falle heute zweigeteilt aus, befindet der Bürgermeister. Von den knapp 1,3 Millionen Euro seien „vermutlich“ keine 400000 Euro ausgegeben worden.

Besonders im Kirchspiel Ebsdorf, zu dem die Kirchen in Leidenhofen, Ebsdorf und Hachborn gehören, gibt es nach Angaben des Kirchenkreisamtes einen Investitionsstau in Höhe von 500000 Euro. Schulz meint, dass hier für den Gemeindevorstand Handlungsbedarf besteht, denn insbesondere am Kirchengebäude in Ebsdorf gebe es einen Investitionsbedarf am Turm und am Kirchenschiff in einer Größenordnung von 260000 Euro.

Schulz erwartet von der Kirche größeren Einsatz

Auch in die Gotteshäuser in Leidenhofen und Hachborn müsste investiert werden.

Positiv hingegen sieht der Gemeindevorstand die Investitionen in die Kirchen von Heskem-Mölln und Wermertshausen in Höhe von 140000 Euro sowie 162000 Euro in den vergangenen zehn Jahren.

Vor der Übereinkunft hatte die Gemeinde immer wieder geholfen, die Gotteshäuser zu sanieren, zuletzt in Dreihausen, Wittelsberg und Rauischholzhausen. „Als die Gemeinde noch baulastpflichtig war, musste alles immer ganz schnell saniert und entschieden werden. Heute lässt man sich in eigener finanzieller Zuständigkeit mehr Zeit“, sagt Schulz über die Kirche. Dass mit dem bereitgestellten Geld nicht nur als Geldanlage umgegangen wird, sondern auch der eigentliche Zweck erfüllt werde, findet der Bürgermeister wichtig. Er betont, dass die Gemeinde in ihre eigene Kirche in Roßberg ebenfalls investiert habe, um sie zu erhalten. Bereits in den 1980er Jahren hat die Gemeinde die Baulasten für die Pfarrhäuser abgelöst.

von Martina Becker

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