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„Ich habe es eingesehen und damit aufgehört“

Kinderpornos „Ich habe es eingesehen und damit aufgehört“

Ein 33-jähriger Mann hat wegen Besitzes und Verbreitung von Kinderpornos vom Marburger Amtsgericht eine Bewährungsstrafe von fünf ­Monaten erhalten.

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Einige Dateien der Pornosammlung des Verurteilten zeigen auch Minderjährige.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. „Irgendwann habe ich mich gefragt, warum ich das mache“, erklärte der Angeklagte, „ich wollte auch immer Kinder haben.“ Der heute 33 Jahre alte Familienvater aus dem Landkreis stand wegen Besitzes kinderpornografischer Schriften und Verbreitung einer jugendpornografischen Datei jetzt vor dem Marburger Amtsgericht.

Während einer Durchsuchung im Oktober 2016 stellten Polizeibeamte zwei Handys und zwei Notebooks mit insgesamt 21 kinderpornografischen Schriften – davon allerdings 17 Kopien der 4 – und darüber hinaus 9 jugendpornografischen Dateien sicher.

21 von 20.000 Bildern auf den Geräten waren verboten

Die Bilder zeigten minderjährige Mädchen in unnatürlich geschlechtsbetonten Posen, weibliche Genitalien und sexuelle Handlungen eines Kindes mit einem Mann. Insgesamt fand der IT-Forensiker Fabian Unu­cka aus München rund 20.000 pornografische Dateien auf den Geräten des Angeklagten.
Von denen machten die ausgewiesenen 21 kinder- und jugendpornografischen Schriften allerdings weniger als 0,1 Prozent aus, also knapp jede tausendste Datei war eine verbotene.

Nach Angaben des Angeklagten habe er im Jahr 2016 alles gelöscht. Der IT-Experte hatte die Dateien mit Forensik-Werkzeugen jedoch wieder sichtbar gemacht.

Angeklagter: Habe nicht so richtig nachgedacht

Der Angeklagte gab ferner an, in dem besagten Zeitraum von 2015 bis 2016 auch über ­eine längere Dauer viel gechattet zu haben, was ihm demzufolge eine monatliche Handyrechnung von mehr als 1000 Euro eingebracht habe. „Den Kredit bezahle ich heute noch ab“, sagte er vor Gericht.

Er habe über das alles nicht so richtig nachgedacht. „Jetzt, mit dem Kind, ist das eine ganz andere Situation“, und: „Ich habe es eingesehen und damit aufgehört.“ Auch werde er es nicht wieder machen, beteuerte der 33-Jährige.

Die Staatsanwaltschaft hielt ihm im Plädoyer eine vollumfängliche geständige Einlassung zugute. Auch habe er ­„einen ehrlichen Eindruck“ gemacht.

Ähnliches führte das Gericht in seiner Urteilsbegründung auf. Das Urteil lautet: eine Freiheitsstrafe von fünf Monaten zur Bewährung ausgesetzt, der Einzug der sichergestellten ­Geräte und als Auflage eine Zahlung in Höhe von 1000 Euro an den gemeinnützigen Verein Fleckenbühl.

von Beatrix Achinger

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