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Südkreis Kahlschlag am Spielplatz: Eltern sind sauer
Landkreis Südkreis Kahlschlag am Spielplatz: Eltern sind sauer
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00:17 07.11.2018
Der Spielplatz am „Hainäcker“ ist über dreißig Jahre alt.  Quelle: Dominic Heitz
Niederweimar

Die Gemeinde Weimar hat auf dem Spielplatz am „Hainäcker“ zwei Kirsch- und vier Apfelbäume gefällt – sehr zum Missfallen einiger Eltern. Eine Mutter aus dem Ort beklagt sich, dass die Gemeinde mit „Holzhammer-Methoden“ in dem Park vorgegangen sei.

Es habe wohl Beschwerden wegen des Fallobstes und der Wespen gegeben, die von dem Obst angelockt werden. Hätte die Gemeinde eine grüne Tonne dort aufgestellt, hätten sich die Eltern selbst um das Obst kümmern können, so die Frau. Stattdessen habe die Verwaltung die Bäume ohne Diskussion und Ankündigung fällen lassen.

Die Mutter fürchtet nun auch, dass die Bäume im Sommer des kommenden Jahres als Schattenspender auf dem Spielplatz fehlen. Tobias Maurer ist auch sauer. In einer „Nacht- und Nebelaktion“ seien die Bäume gefällt worden. Auch er hat von den Klagen einiger Anwohner gehört.

Bäume standen seit Jahrzehnten dort 

„Die haben sich darüber beschwert, dass Obst auf ihre Grundstücke fällt.“ Jetzt seien die Bäume weg, aber das Obst liege immer noch überall herum. Er habe sich schon beim Bauamt beschwert, sagt er.

Dort habe man ihm gesagt, dass Obstbäume auf einem Spielplatz nichts zu suchen hätten. „Die Bäume standen doch schon seit Jahrzehnten dort“, sagt er. Bauamt bestätigt:
 Es gab Beschwerden Auf OP-Nachfrage äußerte sich Harald Kaletsch aus Weimars Bauamt zu der Sache.

­Kaletsch bestätigte, dass es ­Beschwerden einiger Anwohner wegen des Fallobstes auf ihrem Grundstück gegeben hatte. Das sei aber nicht der einzige Grund dafür gewesen, dass sich die ­Gemeinde zu der radikalen Maßnahme entschied. Einmal im Jahr prüfe ein ­Ingenieur einer externen Firma die Sicherheit der Spielplätze.

Obst lockt Wespen an

Der Prüfer hätte nun darauf aufmerksam gemacht, dass von den über 30 Jahre alten Bäumen Äste abbrechen könnten, so Kaletsch. Zudem locke das Obst Wespen an, eine weitere Gefahrenquelle für Kinder und Eltern. Noch stehen drei Bäume auf dem Spielplatz. Das sind aber keine Obstbäume.

Und die Gemeinde will neue Bäume anpflanzen. „Wir haben das für das kommende Frühjahr geplant“, sagt Harald Kaletsch. Jetzt, so kurz vor der Frostperiode, mache es keinen Sinn mehr, neue Bäume zu setzen. Bleibt die Frage nach dem fehlenden Schatten in den heißen Sommermonaten.

Hier hofft die Gemeinde darauf, dass die neuen Bäume schnell Abhilfe schaffen können. „Wir wollen schnell wachsende Bäume dort pflanzen“, sagt Kaletsch.

Hierzu möchte sich die Gemeinde noch mit der Naturschutzbehörde austauschen. Sollte es aber zu lange dauern, bis die neuen Bäume ein kühles Plätzchen bieten, könnte übergangsweise auch ein Sonnensegel auf dem Spielplatz installiert werden, so Kaletsch.

von Dominic Heitz