Volltextsuche über das Angebot:

28 ° / 14 ° Gewitter

Navigation:
Jugendabteilung wächst enorm an

Feuerwehren in Fronhausen Jugendabteilung wächst enorm an

In „ruhigeres Fahrwasser“ gekommen, blickten 55 von 104 Feuerwehrkammeraden am Freitag auf ein Jahr mit Lichtblicken, aber auch weiterhin langer Mängelliste zurück.

Voriger Artikel
Partner gehen „guten Geschäften“ nach
Nächster Artikel
Alte Volkslieder kehren zurück

Bei der Jahreshauptversammlung gab es innerhalb der Fronhäuser Feuerwehren zahlreiche Ehrungen, Beförderungen und Abzeichen.Foto: Martina Becker

Fronhausen. Seit etwa einem Jahr ist der Erste Beigeordnete Lothar Mücke Dienstherr der Freiwilligen Feuerwehr Fronhausen. Seitdem sei gegenseitiges Vertrauen aufgebaut worden, erklärten Gemeindebrandinspektor Eric Schnabel wie Mücke. „Seit mir Bürgermeister Reinhold Weber diese Aufgabe übertragen hat, habe ich viel über Feuerwehr, Brandschutz, Katastrophenhilfe gelernt“, sagte Mücke.

Brandschutz und allgemeine Hilfe seien die Aufgabe der Gemeinde und trotz finanzieller Enge müssten die bisher zurückgestellten Investitionen umgesetzt werden, betonte der Beigeordnete im Bürgerhaus von Oberwalgern. Seine Einschätzung kam nicht von ungefähr. Schnabel berichtete, dass er Anfang des Jahres gemeinsam mit Mücke die fünf Feuerwehrhäuser besuchte, um die vom technischen Prüfdienst aufgeführten Mängel vor Ort zu besprechen. In Sichertshausen wurden seitdem das Tor und der Fußboden erneuert.

Offen seien weiterhin zahlreiche Mängel. Eine ausgediente Spindanlage besorgten sich die Sichertshäuser von einer befreundeten Feuerwehr. „Ich finde es schon bedauerlich, dass es für die Fronhäuser Feuerwehr immer noch eine Verbesserung darstellt, wenn sie den Schrott, den andere Gemeinden wegwerfen wollen, übernehmen“, so Schnabel.

Zu den anstehenden Investitionen gehört allen voran der schon lange geforderte Ersatz des mittlerweile 28 Jahre alten Einsatzleitwagens. „Im Moment sieht es danach aus, dass der Einsatzleitwagen 2013 nun endlich in den Genuss einer Förderung durch das Land Hessen kommen wird. Daher ist es jetzt wichtig, die entsprechenden Mittel im Haushalt 2013 bereitzustellen“, forderte Schnabel. Bestätigt sahen sich die Fronhäuser in ihrer Entwicklungsplanung. Bereits 2004 beschloss man für Fronhausen eine „Drei-Standorte“-Lösung. Das heißt, dass in Zukunft die Wehren der Ortsteile Hassenhausen, Sichertshausen und Bellnhausen zu einem Standort zusammengeschlossen werden. Diese Lösung bekräftigt nun auch das Gutachten einer Fachfirma.

Um den Bedarfs- und Entwicklungsplan in diesem Jahr zum Abschluss bringen zu können, sollen die Feuerwehrleute durch das Ausfüllen eines Fragebogens, der ihnen in Kürze zugehen wird, mithelfen. Dieser soll helfen, die Personalsituation richtig einzuschätzen.

Thema war auch die Löschwassersituation. Die Ausmessung der Hydranten durch den Zweckverband Mittelhessischer Wasserwerke (ZMW) hatte ergeben, dass viele Hydraten im Gemeindegebiet die nötige Wasserleistung nicht erbringen. Besonders betroffen sind die östlich der Lahn liegenden Ortsteile. Um die Situation zu verbessern, sind bereits einige Zisternen und Löschwasserentnahmestellen geplant oder gebaut worden. Die jetzigen Planungen mit den Zisternen gingen aber nur auf, wenn zusätzlich ein Gerätewagen mit ausreichend B-Schläuchen zur Verfügung stehe, erklärte Schnabel. Mit einer solchen Anschaffung könnte dann auf den weiteren Bau einer Zisterne in Sichertshausen verzichtet werden.

Kritisches gab es nicht nur zu den Rahmenbedingungen der Feuerwehr. Auch die Übungsbeteiligung war ein Schwerpunktthema im Bericht des Gemeindebrandinspektors. „Ich weiß, dass es euch aufgrund der überwiegend schlechten Rahmenbedingungen schwerfällt zu motivieren und zum Besuch der Übungen aufzuraffen“, sagte Schnabel. Er gab aber zu bedenken, dass nur eine gut ausgebildete und gut trainierte Feuerwehr den Aufgaben im Einsatzgeschehen gewachsen sei.

Besonders im Bereich der Atemschutzträger zeichne sich in Fronhausen eine „unerfreuliche“ Entwicklung ab. Im Jahr 2010 verfügte die Wehr über 38 taugliche Atemschutzgeräteträger. 2012 sind es noch 28, was ein Verlust von 25 Prozent bedeutet. Auch hier sprach Schnabel von einer Vernachlässigung von Ausbildung und Training. Er appellierte an seine Kammeraden, an der gemeinsam mit der Gemeinde Weimar angebotenen Ausbildungsveranstaltung im November teilzunehmen.

In der Gefahrenabwehr erhofft man sich dadurch wichtige Synergieeffekte. Rainer Gerhard, Fachdienstleiter technische Unfallhilfe, meinte: „Die Feuerwehr Fronhausen ist wieder in ruhigem Fahrwasser und sollte jetzt wieder dahin kommen, wo sie vor einigen Jahren war.“

Optimistisch für die Zukunft machten die neuesten Zahlen von der Jugendfeuerwehr. Sie wuchs „dank eines neuen Engagements“ in Oberwalgern von 2 auf 13 Mitglieder. Damit hat die Großgemeinde an ihren Standorten Oberwalgern, Fronhausen und Hassenhausen/Sichertshausen jetzt insgesamt 30 Mitglieder in der Jugendfeuerwehr, die im vergangenen Jahr vieles unternahmen. „Die Jugend ist unsere Zukunft, ohne sie gibt es keine Einsatzabteilung“, betonte Gemeindejugendfeuerwehrwart Jörg Matzner. Er kann dieses Amt sowie die Fachdienstleitung Ausbildung aus privaten Gründen zukünftig nicht mehr ausüben. Stephan Lemmer wurde deshalb sein Nachfolger und die Fachdienstleitung Ausbildung übernahm Frank Sondergeld.

Der Bericht zu den Einsätzen des zurückliegenden Jahres nahm nur einen verschwindend geringen Teil des Jahresberichtes ein. „Es war ein ruhiges Jahr“, sagte Schnabel. Dennoch retteten die Fronhäuser Einsatzkräfte vier Menschenleben.

von Martina Becker

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Südkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr