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Südkreis In den Wäldern kracht es
Landkreis Südkreis In den Wäldern kracht es
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12:34 13.01.2010
Eben stand der 35 Meter hohe Baum noch, jetzt liegt er auf dem schneebedeckten Waldboden. Die Forstwirte Holger Möller und Harald Paulus legten wenige Minuten vorher Motorsäge, Axt und Keil an, um mit der Holzernte zu beginnen. Quelle: Björn Wisker

Roßberg. „Achtung!“, hallt es lautstark durch den ansonsten stillen Wald. Auf ein lauten Knacksen folgt ein kurzes, schrilles Quietschen, dann raschelt es immer heftiger, bis ein dumpfer Schlag zu hören ist.Der Stamm und die nicht abgeknickten Äste wippen nach dem Aufschlag des Baums kurz nach, eine Gischt aus Schnee und kleinem Gehölz spritzt einige Zentimeter hoch. Und vorübergehend herrscht wieder Ruhe.

„Der liegt genau dort, wo er liegen soll“, verkündet Forstwirt Holger Möller. Zusammen mit seinem Kollegen Harald Paulus hat er mit Motorsäge, Beil und Keil die rund 35 Meter hohe Buche zu Fall gebracht – und damit einen von mehr als 30 markierten Bäumen in einem Waldgebiet im Ebsdorfer Grund.

„Wir achten in diesem Jahr speziell auf das Ernten der Qualitätshölzer, die bei uns hier zwischen 100 und 150 Jahre alt sind“, verrät Revierförster Peter Becker. Seit neun Jahren ist er der zuständige Experte in der Gemeinde Ebsdorfergrund und weiß genau, welche hochaufgeschossenen Bäume mit roter Kreide markiert und somit fürs Fällen vorgesehen sind. „Ich schaue auf die Qualität des Baums, achte darauf, dass durch sein Fällen keine kahlen Flächen entstehen und dass genügend Jungbestand vorhanden ist, der dann mit mehr Licht wachsen kann.“

Der Kundenbedarf spiele auch eine Rolle. In diesem Jahr werden auf mehr als drei Hektar Fläche vornehmlich an Buche, Eiche und Ahorn Axt angelegt. „Aber ohne Motorsäge mit schwerem Sägeblatt sind diese dicken Stämme kaum durchzukriegen“, weiß Möller. Jedes Mal, wenn solch ein Riese zu Boden gehe, bemerke er anhand des Schweißes auf seiner Stirn und seiner schnellen Atmung, was er geleistet habe. „Beim Fällen von so einem vier, fünf Tonnen schweren Teil, schlottern selbst mir die Knie.“

Möller bestimmt täglich präzise den Fallwinkel von bis zu 20 Bäumen. „Wichtig ist, dass durch den Fall keine große Schneise in und auf die Jungbestände geschlagen wird.“ Da zudem jeder Baum andere Eigenschaften habe, seien oft ausgefeilte Schnitttechniken anzuwenden. Bei dicken Buchenstämmen biete sich vor allem der Herzschnitt an. Bei dieser komplizierten Fälltechnik wird am Fuße des Stamms ein großes herzförmiges Stück herausgeschnitten. Das sorge für ein geschmeidiges Fallen.

Wenn der Baum liegt, bleibt nur eine kurze Verschnaufzeit. Dann kommt die Feinarbeit. Die Äste müssen noch abgeschnitten werden, bevor der zersägte Baumstamm an dem Haken der Rückmaschine befestigt wird. Das Baumstück hängt nun an der Seilwinde. Feinsäuberlich werden die meterlangen Teile aufgestapelt. „So können die Käufer später direkt am Wegesrand ihre Wagen beladen und das Holz komfortabel abtransportieren“, erklärt Lutz Hofheinz. Leiter des Forstamts Kirchhain.

Da die Abnehmer, zum großen Teil aus der holzverarbeitenden Industrie, auf den guten Zustand der Hölzer viel Wert legen, gilt es, beim Fällen, Entasten und Stapeln vorsichtig und sorgfältig vorzugehen. Nicht nur deshalb sind die Förster über den kalten und schneereichen Winter in dieser Saison froh. „Besseres Wetter kann es für die Holzernte nicht geben“, sagt Lutz Hofheinz. Die Kälte konserviere Hölzer, die voraussichtlich zwei bis drei Wochen am Waldrand lagern, sehr gut. Das Problem des Pilzbefalls, ein für die Qualität des Holzes entscheidender Faktor, sei bei Minusgraden ebenfalls gering. Außerdem werde der Waldboden durch den Frost von den Spuren der Maschinen verschont.

Im Forstamtsgebiet Kirchhain werden jährlich rund 90.000 Kubikmeter Rohholz für gewerbliche Zwecke und den privaten Bedarf bereit gestellt. Die stets im Winter stattfindende Holzernte soll bis Mitte März abgeschlossen sein. Dann widmen sich die Forstwirte wieder der Pflege von Alt- und Jungbeständen.

von Björn Wisker

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