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In Weimar soll's ohne Cent gehen

Gemeindefinanzen In Weimar soll's ohne Cent gehen

Die Gemeindevertretung in Weimar sollen kleiner werden, meinten die Mitglieder des HFW-Ausschusses. In der jüngsten Sitzung ging es außerdem um den Haushalt.

Niederweimar. In Finnland gibt es zumindest im alltäglichen Zahlungsverkehr keine Ein- und Zwei-Cent-Stücke. Im skandinavischen Land werden Preise auf fünf Cent gerundet. In Weimar geht man nun noch einen Schritt weiter: Hier sollen Cent-Beträge ganz verschwinden und auf Euro-Beträge gerundet werden – zumindest im Haushalt.

Der Einfachheit halber sollen Haushaltsposten mit Centbeträgen gerundet werden. Dass es manchmal ganz schön umständlich sein kann, etwas einfacher zu bekommen, bewiesen die Mitglieder des Weimarer Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschusses (HFWA) in ihrer Sitzung am Mittwochabend. Rund eine halbe Stunde diskutierten sie – größtenteils nicht darüber, dass gerundet werden soll, sondern wie. Lydia Schneider (Grüne) empfahl, einfach alle Beträge hinter dem Komma zu streichen: „Nach unten runden, das ist das richtige Zeichen.“ Gunter Heuser (FDP) sprach sich dafür aus, lieber „mathematisch“ zu runden, Jürgen Rabenau (SPD) meinte, dass es dann aber „kaufmännisches Runden“ heißen müsste und Dr. Christian Dittrich (CDU) fragte, ob dies nicht bedeute, dass alle Posten aufgerundet werden müssten.

Die Kommunalpolitiker sprachen sich letztlich mehrheitlich dafür aus, dass Beträge bis 49 Cent ab- und ab 50 Cent aufgerundet werden sollen – wie auch immer diese Rundung nun korrekt bezeichnet wird. Die Mitarbeiter der Verwaltung kümmern sich nun darum, dass im Haushalt bald nur noch Nullen hinter Kommas stehen.

Zunächst sehr zäh gestaltete sich die Diskussion zum Haushalt für das begonnene Jahr. Das lag weniger daran, dass viele Änderungen gewünscht wurden, als vielmehr an der Unübersichtlichkeit. Nicht selten sind Posten diesmal an anderen Stellen zu finden als im vergangenen Jahr. So gab es für den Leiter der Finanzabteilung, Harald Kaletsch, einiges zu den ersten Seiten des 253 Seiten umfassenden Werkes zu erklären. 21 Minuten, so errechnete Hans Jakob Heuser, habe die Diskussion für die ersten sieben Seiten gedauert, was dem FBW-Mann wohl Angst machte, er könne zu Hause Ärger bekommen: „Ich sehe hier 253 Seiten. So lang‘ darf ich nicht weg bleiben.“

Der Ausschussvorsitzende Alexander Steiß (CDU) sah sich deshalb wohl genötigt, etwas aufs Tempo zu drücken. Als plötzlich ganze Seiten einfach überblättert wurden, schien dies Heuser aber auch nicht so richtig zu gefallen schien: „Können wir mal ‘ne Pause machen?“, fragte er mit einem Augenzwinkern. Ihm sei schon „ganz schwindelig“.

Verändert wurde am Haushaltsentwurf nur wenig. 40 000 Euro, die im Haushalt für die inzwischen von den Anliegern abgelehnte Erneuerung der Straße Am Hang in Wenkbach vorgesehen waren, sollen nun für die Beseitigung von Straßenschäden verwendet werden. Zudem wurden die Verfügungsmittel für den Gemeindevertretungsvorsitzenden Heijo Hoß (CDU) auf dessen eigene Anregung von 1 000 auf 500 Euro reduziert. Der Stellenplan blieb letztlich unverändert.

Einig waren sich alle Anwesenden, dass die Gemeindevertretung mit Beginn der nächsten Legislaturperiode um acht auf 23 Personen verkleinert werden sollen. Über den gemeinsamen Antrag aller Fraktionen entscheidet das Parlament in seiner nächsten Sitzung am kommenden Donnerstag.

von Stefan Weisbrod

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