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Südkreis Im Leben deutliche Spuren hinterlassen
Landkreis Südkreis Im Leben deutliche Spuren hinterlassen
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17:39 04.04.2012
Elisabeth und Heinrich Böckler sind am liebsten im Garten, auf dem Foto mit ihren Urenkeln Marvin (14 Jahre, links), Leon (11) und Mila (1 ½).Foto: Manfred Schubert Quelle: Manfred Schubert
Roßberg

Böckler, der heute mit seiner Frau Elisabeth diamantene Hochzeit feiert, hat, gemeinsam mit einem Kollegen, in den sechziger Jahren das „Roßberger Köpfchen“ weggesprengt, denn er arbeitete im dort damals betriebenen Basaltsteinbruch als Sprengmeister.

Eher um die Spuren, die andere hinterließen, kümmerte sich Elisabeth Böckler, die 17 Jahre lang, bis Mitte der 90er, das Bürgerhaus in Roßberg als Hausmeisterin betreute. Und Spuren in Gestalt ihrer Nachkommenschaft haben sie hinterlassen. Fünf Kinder, erst vier Söhne und schließlich die besonders von Heinrich ersehnte Tochter, haben sie in die Welt gesetzt, der dritte Sohn, Werner Böckler, ist Ortsvorsteher von Roßberg. Vier Enkel, drei Enkelinnen und drei Urenkel werden heute unter den etwa 60 Gästen sein, die die Jubilare in die Roßberger Kirche und dann zum Feiern in die örtliche Gaststätte begleiten.

Auf 60 Ehejahre blicken sie zurück: Elisabeth, in Roßberg geborene Schnell (Dorfname „Gensliese Lisbeth“), und der aus Argenstein stammende Heinrich Böckler. Kennengelernt haben sie sich 1950 in Erbenhausen, wo sie beim Bauern den Lebensunterhalt verdienten. Große Augen machten die Urenkel, als Elisabeth erzählte, dass sie von morgens sechs bis abends um zehn Uhr arbeiten mussten und die Frauen nur 30, die Männer 50 Mark im Monat erhielten.

1952 wurde es Zeit, zu heiraten: der erste Sohn war unterwegs, der im August zur Welt kam. Diese nach den damals geltenden ländlich-kirchlichen Moralvorstellungen „falsche Reihenfolge“ hatte Konsequenzen. „Es wurde nicht zur Trauung geläutet und keine Orgel gespielt“, erzählte Elisabeth Böckler. Nach der Hochzeit zog das Paar in das 1905 erbaute Haus in Roßberg, das Elisabeth von ihrer Großmutter übernahm.

Während Heinrich die Tätigkeit im Steinbruch annahm, sich zum Sprengmeister hocharbeitete und ab Ende der 70er Jahre für die Firma in Wehrda Kran fuhr, kümmerte sich Elisabeth daheim um Mutter, Großmutter, eine Tante, die Kinder und die kleine Selbstversorgerlandwirtschaft mit Schweinen und Ziegen. „Es waren keine fetten Jahre, aber wir sind durchgekommen“, erinnert sie sich.

Erst, als die Kinder erwachsen waren, verreiste das Paar öfter an die Nordsee, wo die Seeluft das Asthma von Elisabeth linderte. Allerdings liegt der letzte Besuch auf der Lieblingsinsel Norderney schon 20 Jahre zurück. Heinrich ist immer noch bei jedem Wetter draußen, kümmert sich um den Garten. Elisabeth erledigt den Haushalt, obwohl sie nicht mehr so gut zu Fuß ist, und das „Organisatorische“.

von Manfred Schubert

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