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Ideen für die künftige Kinderbetreuung

U-3-Plätze Ideen für die künftige Kinderbetreuung

In den kommenden Monaten beraten die Weimarer Gremien darüber, wie die Kinderbetreuung, insbesondere die für Kleinkinder, zukünftig in der Gemeinde organisiert werden soll.

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Auf Kindergarten-Rundreise: (von rechts) Bürgermeister Peter Eidam, Andreas Kaletsch, Gemeindevertretungsvorsitzender Kurt Barth, Erika Zeman und Lydia Schneider im Kindergarten in Roth.

Quelle: Heiko Krause

Niederweimar. Möglichkeiten der konzeptionellen Weiterentwicklung für die Kinderbetreuung zeigte Bürgermeister Peter Eidam (parteilos) am Montagabend im Ausschuss für Soziales, Jugend, Familie und Sport auf. Beschlossen wurde noch nichts. Sein Bericht diene der ersten Information über den Ist-Zustand und Prüfung der einzelnen Standorte, hob Eidam hervor.

Die Ausschussmitglieder sollten seine Ausführungen für zukünftige Entscheidungen in die Fraktionen tragen. Grundlage der aktuellen Diskussion war ein Antrag der Grünen, eine Kinderbetreuung für unter Dreijährige im Einzugsgebiet der Grundschule Fronhausen zu schaffen. Infrage kämen dafür die gemeindlichen Kindergärten in Niederwalgern oder Roth. Ziel sei es, erläuterte die Ausschussvorsitzende Lydia Schneider, die Kinder von Anfang an gemeinsam zu betreuen, bis sie eingeschult würden. Die Gemeindevertretung verwies den Antrag in den Ausschuss und wünschte ein ganzheitliches Konzept zur Kinderbetreuung, das nun auf den Weg gebracht werden soll.

Eidam verwies darauf, dass ab dem August 2013 ein Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab dem ersten Lebensjahr bestehe, dafür müsse die Gemeinde in jedem Fall weitere Plätze schaffen. Bereits jetzt liege man zwar über der vorgegebenen Quote von 35 Prozent, gleichwohl müsse der steigenden Nachfrage Rechnung getragen werden.

Die Gemeinde verfügt laut Eidam insgesamt über 239 Plätze für über Dreijährige. Für unter Dreijährige gebe es 36, davon je 15 in der Kindergruppe Fliegenpilz und dem kirchlichen Kindergarten Niederweimar. Hinzu kämen 14 Plätze bei drei Tagespflegepersonen.

Um sich einen Überblick, vor allem über die Räumlichkeiten, zu verschaffen, besuchte der Ausschuss zunächst alle drei gemeindlichen Kindergärten. In Oberweimar erfuhren sie von Leiterin Evelyn Muth, dass neben den 39 Kindergartenkinderplätzen auch in einer gemischten Gruppe sechs Kinder ab zwei Jahren aufgenommen werden. Laut Eidam gehen die Geburtenraten im Einzugsgebiet zurück, eine Möglichkeit für die Zukunft könne eine Umwandlung der altersgemischten Gruppe in eine reine Gruppe für Ein- bis Zweijährige sein, die dann zehn Kinder stark sein dürfe.

Erzieherin Sophia Hühn führte die Ausschussmitglieder durch die Einrichtung in Niederwalgern. Dort gibt es derzeit keine U-3-Plätze. Allerdings, so Hühn, nehme man viele Kinder acht Wochen vor dem dritten Lebensjahr auf. Es bestehe eine enge räumliche Situation. Die Nachfrage am Mittagstisch, an dem derzeit 30 Kinder teilnehmen, und der Nachmittagsbetreuung mit aktuell 22 Kindern nehme zu.

Eine U-3-Versorgungsquote von 44 Prozent für Weimar

Eidam betonte, dass die Prognosen dahin gingen, dass in Niederwalgern alle Plätze ab drei Jahren weiterhin benötigt würden. Eine Option sei es, das angrenzende Gemeindewohnhaus, das im kommenden Jahr frei werde, für eine U-3-Gruppe mit 13 Kindern umzubauen. Das werde von der Kindergartenleitung jedoch nicht unterstützt, die dort lieber den Mittagstisch und einen Ruheraum unterbringen wolle. Letzte Station der Rundfahrt war die Einrichtung in Roth. Dort betonte Leiterin Ilona Born-Hach, dass auch hier großes Interesse bestehe, einen Mittagstisch einzurichten.

Wie Eidam hervorhob, sei zukünftig damit zu rechnen, dass der Kindergarten nur noch zu 60 Prozent ausgelastet sei. Die Einrichtung einer U-3-Gruppe oder die Umwandlung einer bestehenden Gruppe in eine altersgemischte mit sechs Kleinkindern als Alternative seien denkbar.

Für die Kindergruppe Fliegenpilz scheide eine Erweiterung aus, so Eidam. Beim kirchlichen Kindergarten Niederweimar werde über einen Ausbau diskutiert, die Investitionskosten würden allerdings bei mehr als 100 000 Euro liegen. Eine weitere Lösung zur U-3-Betreuung könne eine zentrale Einrichtung sein. Derzeit gebe es aber weder einen geeigneten Standort noch eine Liegenschaft. Lydia Schneider sagte dazu, dass sie nicht glaube, hierfür Rückhalt aus der Elternschaft zu bekommen, die in jedem Fall bei weiteren Planungen miteinbezogen werden müsse.

Wie Eidam zusammenfasste, könnte nach Abwägung aller Fakten und Argumente eine Versorgungsquote von 44 Prozent für unter Dreijährige, das heißt 60 Plätze, erreicht werden, wenn zu den bestehenden eine der Regelgruppen in Roth in eine altersgemischte mit sechs Kindern ab zwei Jahren sowie in Niederwalgern die bestehende altersgemischte Gruppe in eine reine U-3-Gruppe für Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr umgewandelt würden. So würden zehn neue Plätze, davon vier ab einem Jahr, geschaffen.

Die Gemeindevertretung wird das Thema in ihrer Dezembersitzung erneut aufgreifen.

von Heiko Krause

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