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Oberweimar ist am Samstag im Fernsehen

Dolles Dorf Oberweimar ist am Samstag im Fernsehen

Oberweimar ist vom Hessischen Rundfunk für die Serie „Dolles Dorf“ ausgelost worden. Am Freitag war deshalb der halbe Ort auf den Beinen, um dem Kamerateam Oberweimar von der besten Seite zu zeigen.

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Die Kinder erklären dem Fernsehteam, was an ihrem Dorf alles „doll“ ist.

Quelle: Thorsten Richter

Oberweimar. Andreas Kaletsch hatte sich gerade im Ratssaal der Gemeindeverwaltung auf einen Stuhl gesetzt, als sich sein Mobiltelefon bemerkbar machte. Kurz zuvor war in der Hessenschau das Los für die Serie „Dolles Dorf“ auf Oberweimar gefallen. Sofort war der Ortsvorsteher ein gefragter Mann.

Dolles Dorf Oberweimar. Foto: Thorsten Richter (thr)

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Kaletsch ist auch Gemeindevertreter in Weimar und wollte am Donnerstagabend eigentlich an der Parlamentssitzung teilnehmen. Stattdessen musste er bei der Organisation für den kommenden Tag mit anpacken. Innerhalb kürzester Zeit hatte es sich in Oberweimar herumgesprochen, dass das Fernsehen kommt.

Als das Team um Reporter Ekkehard Drewes um kurz vor zehn am Donnerstagabend in Oberweimar ankam, hatten sich schon über 100 Leute am Jugendheim versammelt. Alle wollten wissen, wie es weitergeht und was in dem Hessenschau-Beitrag gezeigt werden soll.

Die Männer vom Fernsehen kamen zu viert. Drewes hatte noch einen Kameramann, einen Tontechniker und einen Beleuchter mit dabei. Gemeinsam mit Kaletsch, Vertretern der Vereine und vielen Bürgern steckten die Fernsehleute die Köpfe zusammen, um für den Freitag ein Programm auf die Beine zu stellen. Das Ziel: mit verschiedenen Beiträgen das Besondere des Dorfes herausstellen.

Fernsehteam sucht die besonderen Geschichten

Ekkehard Drewes erzählt, wie es ihm bei ersten Treffen häufig ergeht: „Oft heißt es dann: Unsere Feuerwehr! Unser Fußballverein!“. Doch das seien nicht die Geschichten, die er mit seinem Team sucht. Fußball und Feuerwehr seien zwar toll, gebe es aber praktisch überall.

Im „Dollen Dorf“ sollen die Einzigartigkeiten einer Ortschaft aufgezeigt werden. Besondere Menschen und besondere Geschichten sind gefragt. Davon gibt es in Oberweimar eine Menge.

Deshalb dauerte es auch bis um zwei Uhr morgens, bis sich der HR-Reporter im Jugendheim mit den Einwohnern auf ein Programm verständigt hatte. Am Freitagmorgen ging es dann bei Nebel und Temperaturen um den Gefrierpunkt um neun Uhr los.
Den Anfang machte der Schäfer Johannes Liese.

Liese zeigte dem Fernsehteam seine Herde, sprach über das Leben als Hüter und die Arbeit in der Natur. Einen guten Kilometer weiter auf dem „Köppchen“ stehen andere Tiere, und auch die waren für Drewes interessant.

Züchter Manfred Möller präsentierte stolz seine „Belted Galloway“-Rinder. Dass Oberweimar recht viele faunistische Attraktionen bereit hält, wurde den Fernsehleuten spätestens deutlich, als sie Bekanntschaft mit den „Husumer Protestschweinen“ eines weiteren Züchters machten.

Landschaft lädt
zum Wandern ein

Doch nicht nur das Tier, sondern auch das Land ist schön. Eine Gruppe vom Wanderclub „Frohsinn“ marschierte wie bestellt vorbei – denn die Landschaft rund um Oberweimar lässt sich vorzüglich zu Fuß genießen.

Nächste Station der Reise war der „Schnick-Schnack-Schnuck-Laden“ in der Dorfmitte. Dort decken sich die Anwohner mit Dekorationen für die eigenen vier Wände ein. Und die Kinder können nach alter Väter Sitte auf dem Heimweg noch schnell ein paar saure Zungen kaufen.

Etwas deftiger wurde es dann zur Mittagszeit am Ortsjugendheim. Dort wurde der große Barbecue-Grill angeschmissen und über 50 Oberweimarer aßen Spareribs, Steaks, Würstchen und Geflügel. Um 14.53 Uhr ging dann plötzlich ein Feueralarm los: Die Freiwillige Feuerwehr rückte komplett zum Einsatz aus.

Vor laufender Kamera das „Oberweimarlied“ gsungen

Allerdings nur, um eine weitere Episode für den Beitrag zu liefern. Die Wehrleute wollten mit ihrem Übungseinsatz auf ein Phänomen hinweisen, mit dem sie in fast jedem Jahr zu tun haben: das Hochwasser.

Zum Finale des Drehtages dann versammelten sich viele Oberweimarer in der Martinskirche. Gemeinsam mit Posaunenchor, Flötengruppe und Singekreis sangen sie vor laufender Kamera das „Oberweimarlied“.

„Wir bringen immer viel mehr Material mit ins Studio, als wir in den Beiträgen unterbringen können“, sagt Ekkehard Drewes. Bevor der Film über Oberweimar gesendet werden kann, liegen noch Stunden voller Arbeit vor ihm.

Er muss das Beste aus dem Rohmaterial raussuchen, es schneiden und zusammenfügen. Schließlich spricht Drewes selbst auch noch den Moderationstext ein. Erst dann ist die ­Arbeit erledigt.

Bis bald das nächste „Dolle Dorf“ gezogen wird und Ekkehard Drewes und sein Team sich ins Auto setzen, um sich wieder auf die Suche nach besonderen Menschen und Geschichten zu machen.

von Dominic Heitz

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