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Hessen Mobil: „Geklagt hat niemand“

Abriss B3-Anschluss Gisselberg Hessen Mobil: „Geklagt hat niemand“

Hessen Mobil hat zu dem Frust rund um den Abriss der B 3-Auffahrt bei Gisselberg Stellung genommen. Der Lahntalradweg wird nur zwei Wochen ­gesperrt, die Brücke in Niederweimar irgendwann neu gebaut.

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Die Brücke zwischen Gisselberg und Niederweimar wird im Sommer abgerissen.

Quelle: Tobias Hirsch

Gisselberg. Nun ist sie dicht, die B 3-Anschlussstelle zwischen Gisselberg und Niederweimar. Abgerissen wird sie. Und mit ihr die Brücke über die Eisenbahnlinie und den Lahntalradweg. Obwohl der Plan dafür schon lange in den Schubladen der Straßenbaubehörde­ Hessen Mobil lag und auch in den betroffenen Dörfern bekannt war, kam Frust auf, als es losging.

Niederweimars Ortsvorsteher Heinz-Peter Damm hatte der Behörde vorgeworfen, dass sie sich nicht an Absprachen hält. Damm sagte, mit Hessen Mobil sei verabredet gewesen, dass vor dem Abriss der Anschlussstelle die neue Ortsdurchfahrt in Niederweimar fertiggestellt wird. Die Hutestraße sei aber noch nicht fertig, so Damm.

So nicht abgesprochen

Die Behörde sieht das anders. Die Hutestraße sei nicht Bestandteil der Absprache gewesen, sagt Eugen Reichwein, regionaler Bevollmächtigter bei Hessen Mobil. „Wir haben zugesagt, dass wir die alte B 255 durch Niederweimar zurückbauen, bevor wir mit dem Abriss beginnen.“ Das sei auch geschehen. Dass an der Hutestraße noch gebaut werden muss, räumt Reichwein aber ein.

Das könne aber noch dauern. Denn zum einen müssten auch Kanal- und Wasserarbeiten im Vorfeld erledigt werden. Dafür sei die Gemeinde Weimar zuständig, mit der Hessen Mobil sich in dieser Angelegenheit absprechen müsse. Zum anderen sei da ja auch noch die Brücke beim Bahnhof, sagt Reichwein.

Noch kein Termin für Brücken-Neubau

Vor kurzem hat Hessen Mobil die Fahrbahn auf dieser Brücke in Niederweimar ausgebessert. Das reicht aber nicht. Bei einer Untersuchung Anfang des Jahres stellte die Behörde fest, dass die Brücke komplett abgerissen und neu gebaut werden muss. Dieser Neubau soll zeitlich im Zusammenhang mit dem Umbau der Hutestraße umgesetzt werden. Wann? Das weiß die ­Behörde noch nicht.

Entwarnung gab Reichwein hinsichtlich der Sperrung des Lahntalradweges. Wenn die Brücke, über die der B 3-Anschluss nach Gisselberg führt, abgerissen wird, muss die Straßenbaubehörde aus Sicherheitsgründen auch den Radweg sperren. Die Betreiber des Seeparks in Niederweimar fürchten deswegen Umsatzeinbußen, weil viele Badegäste mit dem Rad aus Marburg kommen. Der Abriss soll drei Monate dauern, mitten im Sommer, mitten in der Badesaison.

Drei Wochen nachts, zwei Wochen tagsüber gesperrt

Der Radweg werde aber nur einen Bruchteil der Zeit gesperrt, sagt Eugen Reichwein. Vom 2. bis zum 22. Juli können Radfahrer jeweils von 23 Uhr am Abend bis fünf Uhr morgens dort nicht durch. Tagsüber bleibt die Strecke offen. In diesen drei Wochen wird die Fahrbahn auf der Brücke abgebaut.

Anschließend muss noch das sogenannte Widerlager abgerissen werden. Das sind die Betonklötze, auf denen die Brücke an den beiden Enden liegt. Das dauert nochmal etwa zwei Wochen und wird am Tag erledigt. In dieser Zeit wird der Radweg tatsächlich gesperrt sein. „Der Seepark bleibt aber erreichbar“, sagt Eugen Reichwein mit Verweis auf eine Umleitung quer durch Niederweimar (die OP berichtete). Diese zwei Wochen müssten Seepark-Betreiber und -Besucher hinnehmen.

Pläne waren bekannt

Dass der Beginn der Abrissarbeiten nicht bei allen gut ankam, kann Reichwein nicht ganz nachvollziehen. Schließlich seien die Pläne seit Jahren bekannt. Es habe Bürgerversammlungen und viele Planänderungen gegeben, bei denen die Vorbehalte aus der Bürgerschaft in die Pläne eingearbeitet wurden. „Geklagt hat niemand“, sagt Reichwein. Der Abriss bei Gisselberg und der Bau des Pendlerparkplatzes beim Kreisel in Niederweimar seien die letzten Teile der beiden großen Projekte Ortsumgehung Weimar und Durchstich Bundesstraße 3.

Eugen Reichwein hält den Abriss des sogenannten B 3-Halbanschlusses für richtig. Der neue Anschluss bei Niederweimar und der alte bei Gisselberg liegen eng beieinander – hinsichtlich der Sicherheit vielleicht sogar zu eng, wie Reichwein sagt.

"Praktisch kein Durchgangsverkehr mehr"

Seit die B 3-Anschlussstelle in Weimar für den Verkehr freigegeben wurde, fahren deutlich weniger Autos zwischen Niederweimar und Gisselberg. Waren es laut einer Verkehrsmessung der Behörde im Jahr 2010 noch durchschnittlich 6.280 Autos am Tag, fuhren 2015 nur noch 2.224 Pkw über die jetzige K 42. „Es gibt praktisch keinen Durchgangsverkehr mehr in Gisselberg“, sagt Reichwein. Deshalb, so schlussfolgert er, werde der ehemalige B 3-Anschluss auch nicht fehlen.

Wer vom Norden über die B 3 kommend nach Gisselberg will, fahre über die Marburger Südspange. Dass der starke Verkehr am Anschluss Marburg-Süd dazu verleiten könnte, lieber den Umweg über Niederweimar zu nehmen, um nach Gisselberg zu gelangen, glaubt Reichwein nicht. Der Stau auf der Südspange zu bestimmten Zeiten verlaufe von Cappel bis zu den B 3-Auffahrten. Die Gisselberger, die von der Bundesstraße kommen, seien davon ­also nicht betroffen.

von Dominic Heitz

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