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Südkreis Heskem bekommt neuen Busbahnhof
Landkreis Südkreis Heskem bekommt neuen Busbahnhof
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00:21 07.09.2018
In der Gemarkung „Auf der Lehmkaute“ soll der neue Busbahnhof gebaut werden. Das Foto zeigt Ebsdorfergrunds Bauamtsleiterin Anke Schmidt und Bürgermeister Andreas Schulz vor dem Grundstück. An dieser Kreuzung soll dann auch ein Kreisel installiert werden. Quelle: Dominic Heitz
Heskem

Die Gesamtschule Ebsdorfergrund hat in den vergangenen Jahren großen Zulauf erfahren. „Die Schule hat einen guten Ruf“, sagt Ebsdorfergrunds Bürgermeister Andreas Schulz. Mittlerweile gingen dort über 800 Mädchen und Jungen in den Unterricht; vor zehn Jahren seien es noch etwa 100 Schüler weniger gewesen.

Weil auch viele Kinder aus benachbarten Gemeinden in Heskem den Unterricht besuchen, fahren mittlerweile etwa 60 Schulbusse durch das Dorf. Entweder kommen sie aus dem Süden und fahren durch Dreihausen und Mölln. „In Mölln ist es extrem eng“, sagt Schulz. Oder die Busse fahren aus nordwestlicher Richtung quer durch Heskem über die Straße „Zur Gesamtschule“. „Der Busbahnhof liegt strategisch ungünstig“, so der Bürgermeister.

Schon seit Jahren ein Thema

Das soll sich bald ändern, weshalb die Gemeinde gemeinsam mit dem Landkreis Marburg-Biedenkopf und der Schule plant, einen neuen Busbahnhof zu errichten. Das Thema werde schon seit etwa fünf Jahren diskutiert, sagt Schulz. Mit dem Bau der Heskemer Ortsumgehung habe man nun endlich die Gelegenheit, den Busverkehr zur Gesamtschule anders zu regeln.

Zu diesem Zweck soll der Landkreis etwa einen Hektar Land vom Grundstück „Auf der Lehmkaute“ direkt an der L 3125 kaufen. Mit dem Besitzer habe man sich bereits grundsätzlich geeinigt, so Schulz. Dort soll der neue Busbahnhof ab 2021 in Betrieb gehen.

Damit die Schüler sicher von dort zur Schule und zurück gelangen, wird zudem die Landstraße zwischen Schule und neuem Bahnhof umgewidmet. Derzeit ist es verboten, vom Schwimmbadweg auf die L 3125 zu fahren. Damit das in Zukunft möglich ist, wird das Heskemer Ortsschild einige Meter weiter in östliche Richtung versetzt. Die L 3125 wird genau auf diesem Stück in eine Gemeindestraße umgewandelt.

An die Stelle, wo jetzt der Schwimmbadweg auf die Landstraße trifft, soll ein Kreisel installiert werden. Von Dreihausen kommend wird der Verkehr mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung verlangsamt werden, um Sicherheit für die Kinder beim Überqueren der Straße zu gewährleisten. Zusätzlich soll dort der Übergang zwischen Schule und Busbahnhof so umgestaltet werden, dass die Schüler die Straße gefahrlos queren können. Einen Zebrastreifen wird es dort aber wohl nicht geben. „Die sollen nicht so sicher sein“, sagt Andreas Schulz.

Der Bau des Busbahnhofs wird das letzte Puzzlestück der Umgestaltung der Ortsdurchfahrt in Heskem werden. Schon vor der Fertigstellung des Bahnhofs wird die Fahrbahn der Heskemer Straße saniert. Zudem wird der Platz an der Kirche in der Dorfmitte neu gestaltet.

Bürgermeister rechnet mit umfangreicher Förderung

Insgesamt 1,75 Millionen Euro wird das Ganze kosten. Etwa die Hälfte davon, schätzt Schulz, kostet allein der neue Busbahnhof. Hierfür rechnet der Bürgermeister mit Fördermitteln von rund 70 Prozent.

Sobald der Busbahnhof steht, müssen die Kinder der Gesamtschule den Berg hoch marschieren, um zur Mittagszeit den Bus nach Hause zu erreichen. Für die Schule hat die Verlegung des Bahnhofs einen willkommenen Nebeneffekt: Dort, wo jetzt noch der Busbahnhof ist, wird zusätzlicher Pausenraum für die Mädchen und Jungen entstehen. Auch das sei dringend notwendig, sagt Andreas Schulz.

Zukünftig sollen nur noch Linienbusse durch Heskem und Mölln fahren. Die Schulbusse kommen fast alle über die neue Umgehungsstraße zum Ziel. Das gelte auch für die Fahrten aus Richtung Ebsdorf, so Schulz. Die Busfahrer müssen dann auf der L 3048 an Heskem vorbeifahren, um nördlich des Dorfes auf die Umgehungsstraße abzubiegen und von dort zum Busbahnhof zu fahren.

von Dominic Heitz