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Herz und Seele unersetzbar

"Menschen des Respekts" Herz und Seele unersetzbar

„Erfolgreich wirtschaften und gut miteinander ­umgehen“ ist für Seidel-Chef Dr. Andreas Ritzenhoff kein Widerspruch. Für dieses Denken gab es jetzt von Staatsminister Dr. Thomas Schäfer eine Auszeichnung.

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Claudia Schnabel (von links), Pia Meier, Dr. Christoph Ullrich, Kai Deuker, Andreas Graf, Thomas Schäfer und Andreas Ritzenhoff mit der Auszeichnung der Landesregierung. 

Quelle: Katja Peters

Fronhausen. „Den Preis habt ihr verdient. Ohne Euch …“ Andreas Graf kämpft mit den Tränen, die Stimme versagt ihm, er schaut verlegen nach unten. Vor ihm sitzen unter anderem der hessische Finanzminister Dr. Thomas Schäfer (CDU), der mittelhessische Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich (CDU), Bürgermeisterin Claudia Schnabel (Initiative Fronhausen) und fast die gesamte Seidel-Belegschaft.

„Ohne Euch würde ich hier nicht stehen“, sagt er, als er seine Emotionen wieder im Griff hat. Mit „Euch“ meint er seine Kollegen. 3 300 Überstunden haben sie für den alleinerziehenden Vater gespendet, damit er sich um seinen leukämiekranken Sohn Julius kümmern kann (die OP berichtete). Und dafür zeichnete Schäfer sie gestern als „Menschen des Respekts“ aus.

„Uns als Land Hessen ist es ein Anliegen, Ihnen in ganz besonderer Form zu danken. Das, was Sie gemacht haben“, spricht er zu den Seidel-Mitarbeitern, „ganz spontan und mit konstruktiver Begleitung der Geschäftsführung, zeigt, welches Klima und welches Zusammengehörigkeitsgefühl hier herrscht. Wir möchten mit dieser Aktion einen Beitrag leisten und den Fokus darauf lenken, dass es Menschen gibt, die ganz selbstverständlich helfen.“

Mitarbeiteraktion ist kein Einzelfall bei Seidel

Pia Meier freut sich über die Anerkennung für ihre Mitarbeiter. Die Personalchefin hat die Aktion initiiert, nachdem Andreas Graf ihr von seiner Situation erzählt hatte. „In einer Zeit, in der Roboter uns ersetzen sollen, zeigen wir den Unterschied: Herz und Seele können nicht ersetzt werden“, sagt auch sie mit stockender Stimme und kämpft mit den Tränen. Sie hat den kleinen Julius damals im Arm gehalten, als sein Zustand sehr kritisch war.

Bei Seidel und Carus ist diese Mitarbeiteraktion kein Einzelfall. „Für uns ist es selbstverständlich, unseren Mitarbeitern in privaten Krisen oder bei Schicksalsschlägen zu helfen und sie zu unterstützen.“ So wurde bereits ein behindertengerechtes Auto für ein Mitarbeiterkind angeschafft oder bei finanziellen Schwierigkeiten nach Lösungen gesucht.

„Uns ist es wichtig, dass sich die Mitarbeiter wohlfühlen und mit wenig Konflikten zur Arbeit kommen. In Zeiten, in denen die psychische Belastung am Arbeitsplatz immer mehr zunimmt, möchten wir präventiv agieren“, erklärt Pia Meier, die viele Anfragen von anderen Unternehmen bekommt, um Rat gefragt wird und Vorträge über Mitarbeiterführung hält.

An die Auszeichnung erinnern wird ein kleines Schild, das „eine exponierte Stelle“ bekommen wird, „wo es auch von unseren Besuchern gesehen wird“, sagt Andreas Ritzenhoff, geschäftsführender Gesellschafter bei Seidel. Alle seine 700 Mitarbeiter bekommen heute noch ein kleines Geschenk und eine persönliche Danksagung der Geschäftsführung.

Und wie gehts Julius? „Sehr gut. Er geht ab April in den Kindergarten“, sagt Papa Andreas Graf, der an einem sehr flexiblen Arbeitsplatz eingesetzt ist, damit er mit Julius problemlos zum Arzt fahren kann.

von Katja Peters

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