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Südkreis Herkunft der Kinderpornos nicht geklärt
Landkreis Südkreis Herkunft der Kinderpornos nicht geklärt
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16:16 31.03.2017
Die Kriminalpolizei fand bei einer Hausdurchsuchung verschiedene Videos und Bilder mit Kinderpornografie bei dem Angeklagten. Quelle: Archivbild
Marburg

Auslöser des Prozesses war die Anzeige einer damaligen Freundin des Mannes. Sie gab bei ihrer Vernehmung an, dass sie häufiger den Eindruck gehabt habe, dass ihr Freund wohl Umgang mit weiteren Frauen hätte. In seiner Abwesenheit suchte sie in seinem Handy nach weiteren Frauenkontakten und wurde fündig. Dabei habe sie auch Bilddateien mit unbekleideten Kindern entdeckt.

Zeuginnen geben unterschiedliche Aussagen

Davon sensibilisiert, suchte sie auf seinem Netbook und fand weitere Bilddateien gleichen Inhalts. Dies bestätigte ein Beamter der Kriminalpolizei, die eine Haussuchung bei dem Beschuldigten vorgenommen hatte. Auf dem Handy fanden die Ermittler insgesamt 16 Bilddateien, auf dem Netbook 31 Bilddateien sowie ein pornografisches Video.

Völlig anders die Aussage seiner heutigen Partnerin. Sie habe öfter Filme vom Netbook angeschaut und weder dort noch auf dem Handy unerlaubte Bilddateien gefunden. Von der anderen Freundin, mit der der Angeklagte zeitgleich ein Verhältnis hatte, habe sie keine Kenntnis gehabt. Offensichtlich war diese Doppelbeziehung kein Grund für die Studentin, sich von dem Beklagten zu trennen.

Prozess auf unbestimmte Zeit unterbrochen 

Der Beschuldigte, der nur indirekt über seine Anwältin Nadine Nitz Stellung nahm, sah sich völlig schuldlos. Er behauptete, dass die Dateien von einem Bekannten ohne sein Wissen auf die Datenträger aufgespielt worden seien. Der habe, weil er über bessere Computerkenntnisse verfüge, sowohl sein Handy wie auch das gebraucht gekaufte Netbook eingerichtet und dabei wohl die Bilddateien aufgespielt.

Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung verständigten sich daraufhin, weitere Untersuchungen an den Gerätschaften vornehmen zu lassen. Mit dem Hinweis, dass dies neben Zeit auch Kosten im vierstelligen Bereich nach sich ziehen würde, die im Falle der Schuld des Angeklagten von ihm zu bezahlen seien, wurde der Prozess unterbrochen. Nach kurzer Beratungszeit zwischen Angeklagtem und Verteidigerin blieb dieser bei seinen Darstellungen. Die Hauptverhandlung wurde daraufhin auf unbestimmte Zeit unterbrochen.

von Heinz-Dieter Henkel

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