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Hand in Hand in stillem Gedenken

Mahnwache Hand in Hand in stillem Gedenken

Sie reichen einander die Hände, bilden eine Menschenkette und umkreisen damit einen Ort, der eigentlich ein Ort des Friedens sein soll: der jüdische Friedhof in Roth.

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Fast 15 Minuten hielten sich die Teilnehmer der Mahnwache am jüdischen Friedhof in Roth an den Händen und protestierten damit in aller Stille gegen die Schändung der Grabsteine in der vergangenen Woche. Schüler der Gesamtschule Niederwalgern hatten sogar
Plakate mitgebracht, die sie im Unterricht gebastelt hatten.

Quelle: Thorsten Richter

Roth. Es ist Sonntagnachmittag. Und es ist still im Feld oberhalb der Weimarer Ortschaft Roth. Still, obwohl dort rund um den jüdischen Friedhof der Gemeinde am Geiersberg mehrere Hundert Menschen stehen. Sie halten sich an den Händen und zeigen damit deutlicher als Worte es könnten, dass sie einer Meinung sind: dass dieser Ort der Stille und des Gedenkens nicht entehrt und geschändet werden darf.

Denn genau das war in der vergangenen Woche geschehen: Unbekannte hatten 16 der Grabsteine mit lila Farbe beschmiert – unter anderem mit einem Hakenkreuz – und vier der Steine umgeworfen. Die Polizei ermittelt und prüft derzeit auch, ob es einen Zusammenhang mit ähnlichen Taten auf verschiedenen Friedhöfen und an Kirchen in Gießen und der Umgebung geben könnte. Auch dort wurden zum Teil Nazi-Symbole gesprüht.

Der Arbeitskreis Landsynagoge Roth hatte deshalb für Sonntagnachmittag zu einer Mahnwache rund um den jüdischen Friedhof eingeladen.

„Ich bin wirklich überwältigt, dass so viele Menschen Anteil an der Schändung der jüdischen Grabsteine nehmen und zu unserer Mahnwache gekommen sind“, sagt Annemarie Wenz-Haubfleisch, Vorsitzende des Arbeitskreises, und lächelt ein wenig.

von Katharina Kaufmann

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