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Hachborn sucht den Super-Hahn

Wer kräht am häufigsten? Hachborn sucht den Super-Hahn

Dieser Hahn kräht und kräht und kräht. Auf 62 Kikerikis schaffte es der Gockel der Rasse Zwergbarnevelder doppeltgesäumt, mit dem Walter Schneider bei der Hühnerkirmes antrat.

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Wenn es gilt, gibt dieser Hahn alles: Walter Schneider mit seinem Barnevelder Zwerg, der kräht, wie ein ganz Großer.

Quelle: Michael Hoffsteter

Hachborn. Was macht dieser Mann bloß mit seinen Hähnen? Walter Schneider aus Hachborn geht bei der Hühnerkirmes am Wochenende zum wiederholten Male mit einem Gockel an den Start, der später den Titel holt. Der Hahn der Rasse Zwergbarnevelder doppeltgesäumt setzt sich gegen eine lautstarke Konkurrenz durch, so wie schon vor zwei Jahren.

Wer schafft die meisten Kikerikis in 20 Minuten? Geflügelzüchter sind zum Wettbewerb angetreten und die OP war dabei. Fotos: Michael Hoffsteter

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20 Minuten, die Zeit läuft, drei Jurymitglieder schauen abwechselnd konzentriert auf die Uhr, auf ihren Schreibblock und auf jeweils einen von drei Hähnen. Jedes Kikeriki ergibt einen Strich auf der Liste. Und schon im ersten von vier Durchläufen mit insgesamt 13 Hähnen wird deutlich: So ein Gockel kräht ganz schön häufig.

Drei Exemplare der Rasse Hamburger Silberlack sitzen nebeneinander in den Käfigen - und sie krähen. Mal gleichzeitig, meistens in kurzer Abfolge hintereinander. Schnell führt der Hahn in der Mitte. Peter heißt er. Und er kommt aus Schröck. Das Geflügelzüchter-Paar Helga Alm und Josef Nau tritt mit diesem temperamentvollen Tier an. „Die Hamburger Silberlack krähen einfach viel, das ist bei der Rasse so“, berichtet Nau als er seinen Gockel nach 20 Minuten aus der Voliere wieder in den Transportkasten setzt. Peter hat es auf 55 Hahnenschreie in 20 Minuten geschafft. Seine zwei Kontrahenten, Tiere des gleichen Rasseschlags, jedoch in der Zwerg-Ausführung, waren mit 44 und 48 Kikerikis auch schon ziemlich gut.

Kikeriki dient dem Markieren des Reviers

Doch warum kräht so ein Hahn überhaupt? In Hachborn bei dem Wettbewerb machen die Züchter sich darüber nicht allzu viele Gedanken. „Das war schon immer so“, sagt Züchterin Helga Alm, „meine Oma hat immer gesagt: Wenn der Hahn kräht, dann beginnt der Tag.“ Walter Schneider, der später am Tag das Siegertier stellen wird und den Hähne-Kräh-Wettbewerb leitet, weiß: „Der Hahn versammelt seine Hühnerschaar durchs Krähen um sich herum.“ Ansonsten gilt aus Schneiders Sicht: „Der liebe Gott hat‘s so gewollt.“

Das Internet weiß, dass der laute Kikeriki-Schrei des Hahnes der akustischen Markierung des Reviers dient (Wikipedia). „Meist kräht der Hahn morgens bei beginnendem Sonnenaufgang, gegen Mittag und gegen Abend“, heißt es dort. Stimmt. Aber der Hahn kann auch zu jeder anderen Tageszeit krähen, wie der Wettbewerb in Hachborn zeigt. Damit die Turnierteilnehmer sich nicht schon völlig verausgaben, bevor der Wettkampf beginnt, empfiehlt Walter Schneider einen Trick: „Der Hahn sollte verdunkelt sitzen, bis der Wettbewerb beginnt.“ Denn das Krähen, das sonst mit dem Sonnenaufgang einsetzt, sparen die Gockel sich dann auf, bis sie ins Sonnenlicht hinaus dürfen.

Doch so lange kann Walter Schneiders Zwergbarnevelder Hahn nicht warten. Seine Artgenossen der Rasse Hamburger Silberlack krähen vor der Jury um die Wette, da kündigt er bereits mit lautstarken Kikerikis aus seiner Transportbox an, dass er demnächst an der Reihe ist: Und dann bekommt das Schiedsgericht 62 Hahnenschreie von ihm zu hören. So gehört sich das für den Super-Hahn von Hachborn.

Parcours-Springen mit Kaninchen

Aber auch die Hähne von Helga Alm und Josef Nau hinterlassen bleibenden Eindruck bei der Jury und den Besuchern der Hühnerkirmes. Sie belegen den zweiten, vierten und fünften Platz. Auf Platz drei kommen Celina Zoe und Meiko Maurice Findt mit einem Hahn der Rasse Araucaner wildfarbig.

Mutter Verena Raszewski, die mit ihrer fünfjährigen Tochter Lina die Hühnerkirmes besucht, ist begeistert: „Die Hähne schauen wir uns jedes Jahr an“, erzählt sie. Tochter Lina ist vor allem gespannt, zu sehen, was aus den Küken geworden ist, denen sie während einer Brutschau im Kindergarten beim Schlüpfen zugeschaut hatte. Denn neben dem Hähne-Wettkampf gibt‘s bei der Hühnerkirmes in Hachborn noch mehr zu sehen.

Der Rassegeflügelzuchtverein hat auf der Wiese vorm Vereinsheim viele Volieren aufgebaut. Die Besucher bewundern Züchtungen von der Zwergwyandotten bis hin zu den Barnevelder Hühnern. Kaninchen unterschiedlicher Rasse- und Farbschläge sind vor allem für die Kinder eine Attraktion. Züchter Heiko Findt zeigt eine neue Kaninchenrasse, für die er auf eine Zulassung hofft: Farbenzwerge mantelgescheckt, wildfarben-weiß.

Eine Attraktion sind die Kaninchen der 17-jährigen Züchterin Laura Schneider aus Stangenrod (Kreis Gießen). Sie hat ihre Tiere so dressiert, dass sie an der Leine laufen und einen Hindernis-Parcours springend überwinden. „Das funktioniert mit viel Zeit, Geduld und Leckerchen“, erklärt sie.

von Carina Becker

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