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Grundschule soll Nahwärme bekommen

Bioenergie Grundschule soll Nahwärme bekommen

Es dauerte zwar etwas länger als geplant, doch am Ende zählt dann doch nur das Ergebnis. Alle Zeichen deuten darauf hin, dass die Fronhäuser Grundschule bald über Nahwärme versorgt wird.

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Über die Biogasanlage bei Fronhausen soll nach Vorstellungen des Kreisausschusses künftig die Grundschule mit Wärme versorgt werden.

Quelle: Thorsten Richter

Fronhausen. In seiner Sitzung am 15. August beschloss der Kreisausschuss, dem Kreistag zu empfehlen, der Bioenergiegenossenschaft Fronhausen zum nächst möglichen Zeitpunkt beizutreten. Diese Nachricht gab gestern Dr. Markus Morr, Fachdienstleiter Presse und Kultur beim Landkreis, weiter. Der nächstmögliche Zeitpunkt, über den Beitritt zu befinden, wäre die Sitzung des Kreistages am 21. September.

Mit dem Beitritt des Landkreises zur Bioenergiegenossenschaft Fronhausen soll die dortige Grundschule an das im Aufbau befindliche Nahwärmenetz angeschlossen werden. Der bisherige Energieträger Erdgas soll zudem durch den auch wirtschaftlich vorteilhaften Nahwärmebezug ersetzt werden. Das erläuterten Landrat Robert Fischbach und der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern im Anschluss an die genannte Kreisausschusssitzung. Mit dieser Beschlussempfehlung darf auch die Bioenergiegenossenschaft Fronhausen einen Meilenstein für sich verbuchen. Bereits im Infoblatt Juli der Genossenschaft, der auf ihrer Homepage öffentlich einsehbar ist, teilten die Verantwortlichen mit, dass die Wirtschaftlichkeit des Nahwärmeanschlusses der Grundschule geprüft und als gegeben dargestellt werden konnte. Dies bestätigt Markus Morr. „Wir haben in unserem Hause eine eigene Wirtschaftlichkeitsprüfung durchgeführt und sind zu einem für uns positiven Ergebnis gekommen.“

Für den Landkreis ist dieses Ergebnis eine willkommene Möglichkeit, das Vorhaben der Reduzierung von CO2-Emissionen voranzutreiben und dem Ziel der hundertprozentigen Versorgung aus regionalen Potenzialen durch Erneuerbare Energien wieder ein Stück näher zu kommen. Ursprünglich war geplant, den baulichen Anschluss in den Sommerferien zu realisieren, doch musste dieser Plan aus verschiedenen Gründen verworfen werden (die OP berichtete). Um nun möglichst zeitnah die Leitung zur Schule legen zu können, setzt die Bioenergiegenossenschaft auch auf Gespräche zwischen dem Kreis und der Gemeinde zwecks Einrichtung der Baustelle.

Ein positives Signal fürden Bürgerhausanschluss

Für die Bioenergiegenossenschaft ist die Nachricht auch ein Signal für den möglichen Anschluss des Bürgerhauses Fronhausen durch die Gemeinde. Bürgermeister Reinhold Weber wollte die Wirtschaftlichkeit über einen externen Experten prüfen lassen.

Dieser Experte, Diplom-Ingenieur Klaus Weber, hatte in öffentlicher Sitzung den möglichen Anschluss als nicht wirtschaftlich dargestellt, gab aber auch zu Bedenken, dass ihm zur absolut sicheren Einschätzung einige Zahlen fehlen würden (die OP berichtete).

Daraus resultierte der Beschluss der Gemeindevertretung,der Experte möge zusammenstellen, was er noch an Zahlenmaterial benötigt und den so erstellten Fragenkatalog an die Bioenergiegenossenschaft weiterleiten. Dies ist etwas zeitverzögert am 16. Juni geschehen. Die Bioenergiegenossenschaft hat den Katalog beantwortet und mit Schreiben vom 1. August an Weber zurückgesandt. Helmut Jung vom Bioenergiegenossenschaftsvorstand sagte gestern gegenüber der OP: „Wir haben mit der Beantwortung der Fragen aus unsere Sicht die Wirtschaftlichkeit nachgewiesen.“

Der durchschnittliche Bezugspreis liegt demnach weiterhin bei sieben Cent pro Kilowatt-Stunde, klimabereinigt könnte er sogar knapp darunter liegen. Auf die nächsten 15 Jahre ausgerichtet, geht die Bioenergiegenossenschaft davon aus, dass die Gemeinde Fronhausen durch einen Anschluss des Bürgerhauses an das Nahwärmenetz jährlich 3500 Euro spart. Zur abschließenden Bewertung durch die Gemeindevertreter ist nun wieder der von der Gemeinde beauftragte Experte gefragt.

Dieser schloss es auf OP-Nachfrage aus, bis zur Ausschuss-Sitzung am 23. August, Stellung beziehen zu können.

Klaus Weber: „Die Zahlen liegen mir jetzt erst seit wenigen Tagen vor. Ich werde mich sicher gewissenhaft damit auseinandersetzen. Das benötigt aber auch einige Zeit.“

Somit dürfte es auch fraglich sein, ob am 30. August abschließend über den Widerspruch des Gemeindevorstandes zum Beschluss der Gemeindevertretung vom 3. November 2011, auf Beitritt der Gemeinde Fronhausen zur Bioenergiegenossenschaft, abgestimmt werden kann.

von Götz Schaub

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