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Grüne Quadranten spiegeln das Leben

Alter Friedhof Beltershausen Grüne Quadranten spiegeln das Leben

Seit der Neugestaltung des Bürgerhauses wird auch über ein neues Gesicht des angrenzenden alten Friedhofs nachgedacht. Die ersten Pläne für eine Neugestaltung kamen gut an.

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So sieht er jetzt aus, der alte Friedhof. Er soll ein komplett neues Gesicht erhalten und ein Garten des Wandels und der Sinne werden.

Quelle: Martina Becker

Beltershausen. Zarte Gräser, die alte Grabsteine umschmeicheln, ein Heckenlabyrinth, Blumenrabatte, Wasserspiele Fruchtsträucher und Kräuterbeet. Diese Bilder zeichnete die freie Gartenarchitektin Manuela Karras bei der Vorstellung ihrer Pläne für die Friedhofgestaltung im Bürgerhaus.

Das etwa 1600 Quadratmeter große, von alten Linden bewachsene Gelände hatte sie bei ihrer Planung in vier Quadranten eingeteilt. „Das bietet sich an, da die Fläche durch ihre Wege bereits klassisch kreuzförmig unterteilt ist“, erklärte die Fachfrau. Entwidmet ist der Friedhof bereits seit 30 Jahren. Genutzt wird er fast nur noch zum Volkstrauertag, da hier das Ehrenmal seinen Platz hat. Dass das Gelände jetzt in den Genuss einer Aufwertung, sprich einer durchdachten und einzigartigen Gestaltung kommen kann, hat einen Grund.

Beltershausen liegt entlang des vom Verein Region Marburger Land in Planung befindlichen Hugenotten- und Waldenserwanderweges. Mit einem „Garten der Sinne“ wäre Beltershausen entlang der dreißig Kilometer langen Strecke ein attraktiver Streckenabschnitt zwischen Gladenbach-Ernsthausen und Marburg-Schröck. Diese Gegebenheit biete nun die einmalige Chance, aus dem Friedhof eine Besonderheit zu machen, da die Umgestaltung von der EU als zusätzliche Attraktion des Wanderwegs gefördert werden könne, erklärte Bürgermeister Andreas Schulz.

Die Hälfte der Kosten sollen damit bereits abgedeckt sein. Eine „wunderbare“ Idee, aber einen Haken hat das Ganze. Die Pflege des Geländes soll die Dorfgemeinschaft übernehmen. Unter diesem Vorzeichen ließ die Euphorie deutlich nach. Von tausend Einwohnern waren etwa zwei Dutzend gekommen, um sich über das Vorhaben zu informierten, was als schwache Resonanz empfunden wurde. Von den Ideen und Plänen zu dem „Garten des Wandels“, in dem beim Durchwandeln das Leben nachvollziehbar werden soll, waren die Anwesenden durchaus inspiriert. Es gab aber auch Skepsis, was den zukünftigen Pflegeaufwand betraf. Darüber, dass der in „die Jahre“ gekommene Verschönerungsverein diese Arbeit nicht mehr leiste könne, war man sich einig. Nachgedacht wurde über Patenschaftsmodelle mit der Grundschule, dem Kindergarten oder anderen Vereinen. Die Chance einer Neugestaltung wollte man sich allerdings nicht leichtfertig entgehen lassen. Konsens war daher, als Nächstes gemeinsam mit Manuela Karras nach weniger pflegeaufwändigen Lösungen zu suchen. Bürgermeister Andreas Schulz, selber ein Verfechter der Idee, begrüßte die durchaus optimistische und konstruktive Einstellung und Mitwirkung der Teilnehmer. Bis spätestens Ende des Jahres muss die Entscheidung über eine Umsetzung vorliegen.

von Martina Becker

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