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Südkreis 450 Wanderer genießen die Sonne
Landkreis Südkreis 450 Wanderer genießen die Sonne
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12:01 01.05.2018
Gut gelaunt winken viele Wanderer in die Kamera. Am Rastplatz gab es Grillgut, Getränke und einige Ständchen vom Spielmannszug Leidenhofen. Quelle: Ina Tannert
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Leidenhofen

Gegen neun Uhr am Morgen zog die Wandergruppe von der Kirche in Richtung Osten hinaus in die Gemarkung. Mehr als 450 Wanderer aus Leidenhofen und Umgebung, ein Dutzend Hunde und ein Pony trafen entlang der knapp sechs Kilometer langen Wegstrecke aufeinander.

An Feldern und Wiesen vorbei bildete sich eine lange, bunte Schlange bestens gelaunter Wanderer, die bei strahlendem Sonnenschein in Richtung Wald zogen.

Erste Zwischenstation war der „Zollstock“, eine ehemalige Zollstelle, „wo uns jahrelang der Landgraf den Zoll abgezapft hat, zum Glück waren das damals nur zehn Prozent“, berichtete Heinrich Fritz-Emmerich vom Gemeindevorstand, der sich als Wanderführer betätigte.

An der Grenze zur Gemarkung Ebsdorf und Heskem-Mölln entlang und am „Hinkeltrusch“ entlang ging es durch blühende Landschaften zur alten Wasserquelle des Ortes am östlichen Zipfel der Gemarkung. Mit bestem Blick auf den Hassenberg tauchten die Wanderer von dort ein in das ausgedehnte Waldgebiet südlich von Dreihausen.

Feuerwehr begleitete den Zug

Abgesehen von ein paar wenigen Regenschauern spielte das ­sonnige Frühlingswetter fast durchgehend mit. Den Zug begleitete am Rande die Freiwillige Feuer­wehr, die für Notfälle bereitstand und wenn nötig die Landstraße absperrte.

Regelmäßige Rasten entlang der Strecke boten Raum für kurze Erholungspausen und den ein oder anderen Schluck. Freiwillige aus dem Ort versorgten die Wanderer mit flüssigem Nachschub.

Die Strecke wurde bereits im Vorfeld kontrolliert, war gut vorbereitet und gerade im Wald stellenweise freigeschnitten. Das war insbesondere am „Spieß“ in der südöstlichsten Ecke der Gemarkung hilfreich, wo die Grenzen von Leidenhofen, Dreihausen, Roßberg und Nordeck aufeinandertreffen.

Wie ein schmaler Spieß verengt sich dort der Weg, der von den hartgesottenen Wanderern dennoch im strammen Marsch abgewandert wurde. Dieser Teil des Waldes gehörte einst zur Burg Nordeck, wurde aber seit jeher von den Leidenhöfenern als Viehtrieb genutzt; dieses Wegerecht behielten die Bewohner auch nach dem Verkauf des Waldgebietes im 19. Jahrhundert, berichtete Fritz-Emmerich.

Zweiter Teil  in der westlichen Gemarkung

Von dort aus drang die Gruppe kurz auf Nordecker Territorium vor, der Einmarsch gestaltete sich jedoch friedlich und ­ohne Zwischenfälle. Zur Belohnung winkte auf halber Strecke eine ausgiebige Brotzeit auf dem geräumigen Rastplatz. Mit Grillgut und dem ein oder anderen kühlen Bier verbrachten die Wanderer den Mittag entspannt im Wald. Für einige musikalische Ständchen sorgte der Spielmannszug Leidenhofen.

Am Nachmittag zog es die Grenzgänger zurück, die sich weiter nach Westen orientierten und noch die Region rund um das ehemalige Dorf Herzhausen besuchten. Das wurde bereits im 16. Jahrhundert verwüstet und die Gemarkung von der Gemeinde Leidenhofen beansprucht.

Am späten Nachmittag kehrten die Wanderer zurück und können sich heute noch einen Tag Ruhe gönnen. Am Dienstag, 1. Mai, findet anlässlich des Festjahres zur 1000-jährigen Geschichte Leidenhofens der zweite Grenzgang statt. Der führt dann rund um den westlichen Teil der Gemarkung. Treffpunkt ist um neun Uhr an der Evangelischen Kirche.

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