Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 14 ° Gewitter

Navigation:
Raum und Zeit für eigene Forschung

Gesamtschule kooperiert mit Uni Raum und Zeit für eigene Forschung

Biologie, Chemie und Physik ab Klasse fünf. Ein Albtraum? Nein. In Niederwalgern geht es dabei ums Ausprobieren, ohne Leistungsdruck und Noten.

Voriger Artikel
"Wir werden immer füreinander da sein"
Nächster Artikel
Neuer Wagen für eine starke Truppe

Sie stellten das neue naturwissenschaftliche Profil der Gesamtschule Niederwalgern vor (von links): Schulleiter Uwe Schulz, Biologie- und Physiklehrer Dietmar Binger, Biologie- und Chemielehrerin Karen Hornbacher-May und Dr. Gundula Zubke vom Institut für Biologiedidaktik der Universität Gießen.

Quelle: Foto: Freya Altmüller

Niederwalgern. Ab dem kommenden Schuljahr eingeschulte Fünftklässler sollen sich an der Gesamtschule Niederwalgern in Zukunft zwischen zwei Profilschwerpunkten in der Förderstufe entscheiden können. Zusätzlich zum regulären Unterricht sollen Schüler dann in einer Doppelstunde Sport- oder naturwissenschaftlichen Unterricht haben. Verpflichtend, aber unbenotet.

Davon verspricht sich Schulleiter Uwe Schulz, das Interesse von Schülern an naturwissenschaftlichen Fächern zu fördern. Als Kooperationspartner
hat sich die Schule dazu die Universität Gießen ins Boot geholt.

Naturwissenschaftlichen Nachwuchs fördern

Dr. Gundula Zubke vom Institut für Biologiedidaktik sagt: „Nach der vierten Klasse fällt das Interesse vieler Schüler an Naturwissenschaften ab.“ Grund dafür sei auch die Auflösung des Sachkundeunterrichts und die Trennung in Biologie, Chemie und Physik. „Schülerfragen machen nicht an Fächergrenzen Halt“, so Zubke.

Das neue Unterrichtsangebot solle daher Themen aller Naturwissenschaften berühren, auch wenn die Studenten der Universität Gießen aus dem Fach der Biologie kommen. Sie sollen die Arbeit in Kleingruppen vor Ort unterstützen.

„Mindestens eine Exkursion soll es pro Halbjahr geben“, sagt Dietmar Binger, der gemeinsam mit Kollegin Karen Hornbacher-May das Projekt an der Schule koordiniert. Beide sind Biologielehrer, die noch ein weiteres naturwissenschaftliches Fach unterrichten. In der fünften Jahrgangsstufe solle es beispielsweise um Gewässer, Wald- und Ackerboden gehen, so Binger.

„Wir werden viel im Freien arbeiten“, kündigt Zubke an. Lernen außerhalb der Schule habe für Kinder und Jugendliche eine ganz andere Bedeutung, weil es näher am Alltag sei. Schüler seien daher motivierter und interessierter. „Das heutige Schülerklientel ist mediennah sozialisiert und kann gar nicht genug Berührung mit der Natur haben“, so die Biologiedidaktikerin. Bei der Lage der Schule quasi inmitten der Natur biete sich das zudem an.

Wissenschaftlich begleitet und weiterentwickelt werden soll das Projekt auch von Professor Hans-Peter Ziemek vom Institut für Biologiedidaktik. So soll die Lernwirksamkeit überprüft werden, sagt Zubke.

Spiele-AG soll Fähigkeit zur Konzentration schulen

Durch das Experimentieren und Forschen solle der Grundstein für eine naturwissenschaftliche Denk- und Arbeitsweise gelegt werden, erklärt Binger. Nachwuchsförderung sei dabei ebenfalls ein Ziel. Denn in naturwissenschaftlich-technischen Berufen fehlten nach wie vor Arbeitskräfte. Passend dazu sei auch eine Zusammenarbeit mit heimischen Firmen geplant.

Im Anschluss an den naturwissenschaftlichen Unterricht sei eine weitere Doppelstunde für eine Spiele-AG in Planung. Bei dem freiwilligen Angebot sollten Schüler Spiele wie Schach, Dame und Mühle lernen können. „Das schult konstruktives Denken, vorausschauendes Handeln und Konzentrationsfähigkeit“, so Binger. Wenn Ausflüge geplant seien, stünden dafür dank der angeschlossenen Spiele-AG insgesamt vier Schulstunden zur Verfügung.

Einen Nachteil sollten Schüler, die den Sportzweig wählten, aber nicht haben, betont Schulleiter Schulz. Denn was in dem naturwissenschaftlichen Unterricht vermittelt werde, sei ein Zusatzangebot, unabhängig von den Lehrplänen. Damit wolle man auch dazu beitragen, Schüler im neuen Gymnasialzweig auf die gymnasiale Oberstufe vorzubereiten.

Ab dem Schuljahr 2019/20 soll dann auch der sechste Jahrgang von dem Zusatzangebot profitieren. Nach der Förderstufe, ab der siebten Klasse, seien weitere naturwissenschaftliche Angebote, auch im Rahmen von Kooperationen, in Planung, sagt Binger. Dann sollen Schwerpunkte auch im Bereich Physik und Chemie liegen. Mit dem Chemikum besteht bereits eine Kooperation.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr