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Südkreis Generationen für die Natur begeistern
Landkreis Südkreis Generationen für die Natur begeistern
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17:51 25.04.2017
Vereinsvorsitzender Wolfgang Richardt (rechts) pflanzte gemeinsam mit den Schülern der Regenbogenschule im Ebsdorfer Schulwald eine Eberesche. Quelle: Freya Altmüller
Ebsdorf

„Gut gemacht, Jasmin“, ruft Schulleiterin Bente­ Weber der Drittklässlerin zu. Mit der Unterstützung von Peter Kornmann, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Heimat- und Verschönerungsvereins Ebsdorf e.V. hat das Mädchen die dritte und letzte Schraube in einen Pfahl gebohrt, an dem nun ein Schild hängt. „Die Eberesche oder Vogelbeere“ steht darauf, darunter Informationen über den Baum, der frisch gepflanzt daneben steht.

Wenn Jasmin oder ihre Mitschülerinnen und Mitschüler bisher mit Eltern oder Großeltern in ihren Ebsdorfer Schulwald gegangen sind, mussten sie mit ihren mitgebrachten ­laminierten Informationstafeln navigieren. Jetzt informieren Schilder über die Arten und ­Eigenschaften der Bäume.

Seit 2012 pflanzen die Mitglieder des Heimat- und Verschönerungsvereins gemeinsam mit den Schülern der Regenbogenschule Ebsdorf jedes Jahr zwei Bäume, die schon einmal zum „Baum des Jahres“ gekürt wurden. Bei der Aktion am vergangenen Mittwoch war neben der Eberesche auch der Speierling an der Reihe.

Gegründet wurde der Schulwald in den sechziger Jahren. Von einem Hauptlehrer und seinen Schülern wurden damals über 1 000 Bäume auf dem Gelände gepflanzt. Bei seiner Dorfgeschichtsarbeit entdeckte der Verein einen Zeitungsartikel aus der Zeit, der über den Wald informierte. So entdeckten die ehemaligen „Pflanzkinder“ ihren Wald wieder. Im vergangenen Jahr erwarb der Verein das Grundstück und übergab es zur Nutzung an die Schule.

„Man merkt, dass sich alle im Wald wohlfühlen“

Gemeinsam mit allen 70 Schülern sowie klassenweise machen die Lehrer der Regenbogenschule regelmäßig Ausflüge in den Wald, erklärt Schulleiterin Weber. Sie reinigen die Nistkästen, pflegen die Wege, helfen beispielsweise, gefällte Bäume wegzuräumen. Aber auch für Klassenfindungsprojekte würde der Naturraum genutzt werden, so Weber. Zelte und Hütten bauen, Feuer machen und Suppe kochen gehören dazu.

„Man merkt ganz deutlich, dass sich alle im Wald wohlfühlen“, ergänzt Lehrerin Brigitta Nachtwey. Mit ihrer vierten Klasse untersucht sie auch die Bodentiere mit Becherlupen und Bestimmungskarten oder behandelt beispielsweise das Thema Kompostierung.

Bei der Pflanzaktion und der offiziellen Einweihung der Schilder waren auch Elisabeth Newton, die Erste Beigeordnete der Gemeinde, der Ebsdorfer Ortsvorsteher Mario Luther sowie viele der ehemaligen „Pflanzkinder“ zu Gast. Auch Landrätin Kirsten Fründt wolle sich den Wald am kommenden Montag anschauen, so der Erste Vorsitzende des Heimat- und Verschönerungsvereins, Wolfgang Richardt.

von Freya Altmüller