Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 9 ° Sprühregen

Navigation:
Gemeinschaft zahlt Zeche für eine Umweltsünde

Ebsdorf Gemeinschaft zahlt Zeche für eine Umweltsünde

Mülldeponien in der Landschaft gehören eigentlich der Vergangenheit an. Sollte man meinen. In Ebsdorf sorgte ein solches Negativbeispiel für Ärger und Kosten bei der Gemeinde.

Voriger Artikel
Eltern fühlen sich über den Tisch gezogen
Nächster Artikel
Grundbad fordert „Solidaritätszuschlag“

Hier wurde schon der gröbste Unrat heraussortiert. Unterhalb des Sportplatzes in Ebsdorf sorgt eine illegale Müllhalde für reichlich Ärger bei der Gemeinde.

Quelle: Martina Becker

Ebsdorf. „So wird das nichts mit den niedrigsten Müllgebühren im Landkreis“, sagte Ebsdorfergrunds Bürgermeister Andreas Schulz. Diese sind eigentlich für das kommende Jahr anvisiert.
Wenn die Bürger allerdings illegale Mülldeponien errichten und diese von der Gemeinde beseitigt werden müssen, dann zahlt die Gemeinschaft die Zeche. Ein solcher Fall ist in Ebsdorf eingetreten. In unmittelbarer Nähe des Sportplatzes wurde scheinbar seit längerem illegal Müll abgeladen. Die Liste der entsorgten Materialien sei lang, erzählte Schulz. Altkleider, Autoteile, Eimer mit Farbresten, Bauschutt oder Gartenabfälle wurden beispielsweise gefunden. 15 000 Euro musste die Gemeinde für die nötigen Erdarbeiten, die Trennung und Entsorgung bis jetzt bezahlen. „Das ist kein Kavaliersdelikt mehr“, mahnte der Verwaltungschef. Eigentlich dachte die Gemeinde mit der Aufarbeitung altlastenverdächtiger Flächen aus der Zeit vor der Gebietsreform am Ende des Jahres fertig zu sein. 150 000 Euro investiert hier die Kommune mit Unterstützung des Landes in die Untersuchung von 25 ehemaligen Deponien. Dass nun neue Halden hinzukommen, ärgert auch Anke Schmidt, die als Leiterin des Fachbereichs Bauen, Planen, Umwelt für den Vorfall zuständig ist.

Sie erzählte, dass sich auf Veranlassung der Naturschutzbehörde des Landkreises auch das Regierungspräsidium im Fall Ebsdorf eingeschaltet habe. Gemeinsam wird derzeit dieses Problem aus der Welt geschaffen. Für die Vorkommnisse hat auch der Abfallberater der Gemeinde, Jens Klingelhöfer, keinerlei Verständnis. Nach seiner Auskunft bestehen genügend, legale Entsorgungsmöglichkeiten. Beispielsweise für Laub und Astschnitt über die Umladestation in Wehrda und Kirchhain-Stausebach. Mit der neuen Entsorgungsfirma, die ab Januar ihre Arbeit aufnimmt, plant die Gemeinde, ein zusätzliches Entsorgungsangebot für die Bürger zu schaffen. In Absprache mit dem Regierungspräsidium wurde das Areal in Ebsdorf eingezäunt. Da trotz dieser Maßnahme, Verbotsschildern und Unterlassungsaufforderungen in den Ebsdorfergrund Nachrichten die Vorfälle nicht aufhörten, werden jetzt regelmäßige Kontrollen durchgeführt. „Wer hier erwischt wird, muss mit einer Anzeige rechnen“, sagte die Fachbereichsleiterin. „Die Strafhöhe kann sich da schon mal im Bereich eines kleinen Einfamilienhauses bewegen“, ergänzte Schulz.

von Martina Becker

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Südkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr