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Südkreis Gemeinde setzt auf ihre Geschäftsleute
Landkreis Südkreis Gemeinde setzt auf ihre Geschäftsleute
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17:28 09.04.2012
Der Charme der 70er Jahre wird hier und da weichen müssen: Wittelsberg soll eine neue attraktive Mitte bekommen – und Anstoßgeber für ein neues Selbstverständnis der Gewerbetreibenden in Ebsdorfergrund werden. Quelle: Nadine Weigel
Wittelsberg

Wer hätte gedacht, dass es in der verhältnismäßig kleinen Landgemeinde Ebsdorfergrund 600 Gewerbetreibende gibt? In der Gemeindeverwaltung, die diese Zahl ermittelt hat, war man jedenfalls überrascht von dieser großen Zahl. „Diese Erhebung zeugt davon, welches unternehmerische Potenzial wir haben“, freut sich Bürgermeister Andreas Schulz.

Und dieses Potenzial will die Gemeinde nutzen.

In Wittelsberg läuft die Dorferneuerung. Und ein Projekt, das dadurch angeschoben wird, ist die Schaffung einer neuen Mitte. „Marktplatzprojekt“ nennt sich das Ganze. Es bezieht sich auf das Gebiet von der Bushaltestelle in der Holzhäuserstraße bis zum Gasthaus Nau in der Hessenstraße. Eine „kommunikative Mitte“ als Begegnungs- und Treffpunkt für die Wittelsberger Bürger soll entstehen, umreißt Schulz das Vorhaben.

Ein weiteres Projekt für Wittelsberg hat die Gemeinde mit „Verbesserung der Gewerbe- und Versorgungsinfrastruktur“ überschrieben. „Beides soll nun verzahnt und miteinander verbunden werden, damit wir eine attraktive Ortsmitte bekommen“, erläutert Schulz, der auf die Kreativität der Wittelsberger Geschäftsleute setzt. „Wir wollen das alles mit den Bürgern zusammen entwickeln“, sagt er und kündigt eine Informationsveranstaltung für Montag, 23. April, ab 19 Uhr im Gasthaus Nau an.

Ziel des Diskussions- und Umgestaltungsprozesses ist zum einen, dass sich die Wittelsberger Ortsmitte äußerlich wandelt. Sie soll neu und schön werden. „Und auch die Betreiber von Geschäften wissen, dass 70er-Jahre-Charme weichen muss, wenn sich rundherum alles verändert“, ist Schulz überzeugt.

Das nächste Ziel ist ein konzeptioneller Wandel. Die Gemeinde will ihre Gewerbetreibenden mit einer gemeinsamen, von allen getragenen Kampagne zusammenführen. „Alle Produkte, die hier entstehen und verkauft werden, alle Dienstleistungen, die hier erbracht werden, wollen wir unter einem gemeinsamen Qualitätssiegel vermarkten. Produkte aus Ebsdorfergrund kommen ,aus gutem Grund‘ “, schlägt Schultz als Titel für das Markenzeichen vor. Die Gewerbetreibenden, so das Ziel, profitieren von einem Markenzeichen, das nach und nach die Anerkennung der Kunden findet: „Die Menschen wissen dann, wo die Ware oder Dienstleistung herkommt und haben Vertrauen in die Qualität“, ergänzt der Bürgermeister.

In Wittelsberg fällt nur der Startschuss für die Kampagne „Aus gutem Grund“, die sich über die ganze Gemeinde erstrecken soll. „Wir wollen die Produkte aus dem gesamten Ebsdorfer Grund nach vorn bringen - keiner kann allein ein Markenzeichen schaffen und ein Image herausbilden“, ergänzt Schulz, der Gewerbetreibende und alle sonstigen Interessierten zu der Informationsveranstaltung am 23. April einlädt.

Für die Umsetzung hat die Gemeinde sich externe Unterstützung geholt. Hartmut Kind, Berater des Moderations- und Planungsbüros „SP Plus“ aus Bad Nauheim, wird die Dorferneuerungsprojekte und den Prozess mit den Gewerbetreibenden voranbringen. „Aktionstage und besondere Angebote - der Gewerbetreibende soll aus seinem Dunstkreis herauskommen und nicht nur Gutes tun, sondern auch darüber schwätzen“, blickt er in die Zukunft.

von Carina Becker

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