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Geballtes Wissen auf fünf Info-Tafeln

Karolingische Höfe Geballtes Wissen auf fünf Info-Tafeln

Das erste Fundstück an den Karolingischen Höfen im Wald bei Dreihausen war eine Scherbe. Immerhin aus dem 15. Jahrhundert, aber darüber wollte sich niemand wirklich freuen

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Insgesamt fünf hochwertige Info-Tafeln wurden bei den Höfen aufgestellt.

Quelle: Götz Schaub

Dreihausen. Der Wald bei Dreihausen steckt voller Geheimnisse. Die ältesten stammen aus dem ausgehenden achten beziehungsweise frühen neunten Jahrhundert: Die Rede ist von den „Höfen“, Reste einer karolingischen Burg und einer salischen Königspfalz. Bei der Burg handelt es sich um eine Doppelrechteckanlage mit verstürzter Steinmauer und einem Graben im Süden und Westen als Umwehrung.

Richtig viel gibt es dort nicht zu sehen, aber dafür richtig Altes. Und genau dieser Umstand macht die „Höfe“ so interessant. So interessant, dass sie von Geschichtsinteressierten gerne aufgesucht werden.

Weil es auch in Dreihausen viele Geschichtsinteressierte gibt, die sich im Arbeitskreis Dorfgeschichte Dreihausen zusammengeschlossen haben und unter anderem ein kleines Museum in Wenze Ställche in Dreihausen unterhalten, erhalten die Höfe auch die Aufmerksamkeit, die sie als historisches Erbe verdienen.

Schon seit einigen Jahren plante der Arbeitskreis Dorfgeschichte Dreihausen die einstmals aufgestellten drei Info-Tafeln durch neue, die den aktuellen Forschungsstand wiedergeben, zu ersetzen. Jetzt konnte dieser Plan endlich umgesetzt werden. „Die Finanzierung wurde möglich durch Spenden der Archäologischen Gesellschaft in Hessen (2200 Euro) und der Stiftung der Sparkasse Marburg-Biedenkopf (2000 Euro sowie Vereinsmittel“, sagt Michael Marsch vom Arbeitskreis.

Die Entwürfe der Tafeln wurden in Zusammenarbeit des ADD mit Dr. Christa Meiborg von der archäologischen Abteilung des Landesamtes für Denkmalpflege Marburg erarbeitet. Die Texte und Grafiken wurden schließlich von Dr. Thilo Warneke aus Ahnatal umgesetzt. „Die Trägersysteme stellte eine lokale Schmiede in Heskem her und die Installation wurde mit Hilfe des Bauhofs der Gemeinde Ebsdorfergrund vorgenommen“, erläutert Marsch.

Insgesamt fünf Tafeln transportieren also jetzt eine Menge Information über die Anlage. So erfährt man einiges über die Ausmaße der Anlage und kann sich ein Bild davon machen, wie es dort einmal ausgesehen haben könnte.

Marsch vergaß bei der offiziellen Vorstellung der neuen Infotafeln nicht zu erwähnen, dass der ehemalige Landesarchäologe Dr. Rolf Gensen, der Weihnachten 2011 verstorben ist, seinerzeit dafür gesorgt hatte, dass die Höfe überhaupt richtig wahrgenommen wurden. Seine Grabungen und Funde bilden noch immer das Fundament für die geschichtliche Einordnung der Anlage. Dabei fing alles sehr ernüchternd an, meinte Marsch. Die erste Scherbe, die auf dem Gelände gefunden wurde, stammt aus dem 15. Jahrhundert.

Für Dreihausen nichts Besonderes, wurde doch dort im 15. Jahrhundert Steinzeug in Massen gefertigt. Dann aber ging es doch weit tiefer in die Geschichte zurück und die Höfe gewannen an historischer Bedeutung und damit auch an Faszination, der man sich wirklich nur schwer entziehen kann.

Mehr Informationen zu den Höfen gibt es im Internet und www.hoefe-dreihausen.de über den Arbeitskreis unter www.ad-dreihausen.de

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von Götz Schaub

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