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Südkreis Für jedes Bürgerhaus ein eigenes Profil
Landkreis Südkreis Für jedes Bürgerhaus ein eigenes Profil
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20:06 15.09.2011
Das Bürgerzentrum in Dreihausen wird zur Kultur- und Gesellschaftshalle. Quelle: Martina Becker

Dreihausen. Viele Gemeinden überlegen, ihre Bürgerhäuser in Folge leerer Kassen zu schließen. „Tatsache ist auch, dass die Einrichtungen mit zunehmendem Alter nicht besser und mangels Modernisierung auch nicht attraktiver geworden sind“, sagte Bürgermeister Andreas Schulz bei der Vorstellung einer neuen Idee für diese Gebäude in seiner Gemeinde.

Die Gemeinde Ebsdorfergrund will jetzt einen anderen Weg gehen. Statt Einrichtungen zu schließen, investiert die Kommune seit längerem in neue Angebote. Begonnen hat das Programm, welches Schulz als „Schwerpunktsetzung“ beschreibt, mit dem Bau der Bürgerzentren in Dreihausen und Hachborn. „Früher war es so, dass jedes Dorf sein Bürgerhaus für sich hatte und es mangels Alternativen auch gut auslasten konnte“, so Schulz. Diese Zeiten haben sich geändert: Beispielsweise habe Wittelsberg nur noch eine Auslastung des Bürgerhauses von neun Prozent und die Tendenz sei weiter abnehmend, informierte der Verwaltungschef.

In Dreihausen sieht das ganz anders aus. Dort hat man mit dem Bau des Bürgerzentrums eine Kultur- und Gesellschaftshalle, mit großer Bühne und entsprechender Ausstattung, für die ganze Gemeinde geschaffen. „Auf diese Einrichtung greifen nicht nur die Bewohner der Gemeinde, sondern aus der ganzen Region gerne zurück“, so Schulz.

Dieses ortsteilübergreifende Konzept soll auch auf die anderen großen „Hallen“ der Gemeinde übertragen werden. Konkret bedeutet das, dass das Bürgerhaus in Beltershausen-Frauenberg zu einer Tagungsstätte umfunktioniert und umgebaut werden soll. Dieser Ort biete sich für die Entwicklung zu einem Zentrum für Tagungen, Mitarbeiterschulungen oder Vorträge an, weil drei Beherbergungsbetriebe dort ansässig sind und die Nähe zur Universitätsstadt Marburg gegeben ist, erklärte der Bürgermeister.

Das Bürgerhaus in Wittelsberg soll hingegen für Senioren aus der Region zu einem „Seniorengarten“ werden. Vorstellbar als ein Aufenthalts- und Betreuungsort, vergleichbar eines Kindergartens, nur für Senioren, zur Entlastung pflegender Angehöriger.

Im großen Saal von Hachborn wird die Einrichtung einer Gastwirtschaft angestrebt. Diese soll auch als Angebot für den zunehmenden Radfahr- und Wandertourismus gesehen werden. Die kleineren Dorfgemeinschaftshäuser sollen erhalten und deren Betriebsführung, mit dem Ziel einer besseren Auslastung, in die Hand der Dorfgemeinschaften gelegt werde.

von Martina Becker

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