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Fünfeinhalb Jahre Gefängnis für versuchten Mord

Urteilsspruch im Gas-Prozess Oberweimar Fünfeinhalb Jahre Gefängnis für versuchten Mord

Das Schwurgericht unter dem Vorsitz von Richter Dr. Carsten Paul, ist zur „vollen Überzeugung“ gelangt, dass der ehemalige Besitzer des Paleshof in Oberweimar, das Gebäude sprengen wollte.

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Ein Kameramann der OP filmt den Angeklagten mit seiner Verteidigerin Nadin Nitz kurz vor der Urteilsverkündung.

Quelle: Weigel

Marburg. Auch wenn ihm die Anwesenheit am 2. März dieses Jahres in Oberweimar nicht nachgewiesen werden konnte, soll der 64-jährige Angeklagte verantwortlich für das Manipulieren einer Gasleitung im Keller seines an diesem Tag zwangsversteigerten Wohnsitzes Paleshof sein.

Das hohe Strafmaß von fünf Jahre und sechs Monate Gefängnisstrafe resultiert aus der Anklage, die auf versuchten Mord lautete. Eine jederzeit mögliche Explosion durch austretendes Gas begünstigt, hätte auch Menschen töten können. Diese Möglichkeit habe der Angeklagte bewusst in Kauf genommen, führte Richter Paul in seiner Urteilsbegründung aus.

Der Versuch, sich für die Tatzeit ein Alibi im Allgäu zu verschaffen ist fehlgeschlagen. Gleich mehrere Zeugen sagten während des Prozesses aus, dass sich der Angeklagte am Mittwoch, 2. März, im hiesigen Landkreis aufhielt und auch mittels eines geliehenen Autos mobil war.

 

In den Stunden nach der Tat soll er zudem gegenüber einen Zeugen, der ihn in der Nacht wieder ins Allgäu fuhr, im Wissen um die erfolgte Zwangsversteigerung gesagt haben, dass den Paleshof niemand bekomme. So könne nur einer sprechen, der wisse, dass mit dem Anwesen etwas passieren wird, so Paul.

Das Urteil ist indessen noch nicht rechtskräftig. Die Verteidigung, die auf Freispruch plädierte, behält sich das Recht vor, innerhalb von einer Woche Revision einzulegen.

von Götz Schaub

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