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Südkreis Frust über Abriss der B 3-Abfahrt
Landkreis Südkreis Frust über Abriss der B 3-Abfahrt
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00:16 06.06.2018
Die Anschlussstelle ist nun komplett gesperrt. Quelle: Dominic Heitz
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Niederweimar

Dass die Zu- und Abfahrt auf die Bundestraße abgerissen wird, ist seit Jahren geplant. Anfang der Woche ging es los, der Anschluss wurde gesperrt. Niederweimars Ortsvorsteher Heinz-Peter Damm ist verärgert, weil die Straßenbaubehörde zugesagt hätte, vorher die Ortsdurchfahrt in Niederweimar komplett zu sanieren. „Das wurde in den Gesprächen immer so festgehalten“, sagt Damm. Der Huteweg sei aber noch nicht fertig. „Hessen Mobil hält sich nicht an Absprachen“, sagt er. Die Stellungnahme der Straßenbaubehörde zu diesem Vorwurf steht noch aus.

Zusätzliche Verkehrsbelastung gefürchtet

Für die Bürger in Niederweimar und Gisselberg stellt sich die Frage, woher der Verkehr künftig fließen und wie die Belastung verteilt wird. Wer aus Norden kommend von der Bundesstraße nach Gisselberg fahren will, hat jetzt zwei Möglichkeiten: Entweder über die B 3-Abfahrt Marburg-Süd und die Südspange oder über den Umweg des B 3-Anschlusses bei Niederweimar.

Gisselbergs Ortsvorsteher Gernot Günther wird deutlich: „Uns passt der Abriss nicht; die Gisselberger sind damit nicht glücklich.“ Die Südspange in Marburg sei sowieso schon verstopft. Der nun gesperrte Anschluss an die Bundesstraße habe die Ortsmitte Gisselbergs entlastet. Günther rechnet damit, dass nun mehr Autos durch den Ortskern fahren.

Brücken-Instandhaltung zu kostpielig

Auch in Niederweimar ist mit mehr Verkehr zu rechnen. Wer auf dem Weg nach Gisselberg die Südspange in Marburg meidet, fährt den Umweg im Süden. Weimars Bürgermeister Peter Eidam möchte noch keine Prognose abgeben, wie genau sich der Verkehr in dem Dorf entwickelt. Klar ist für ihn aber: „Es wird nicht weniger.“

Sowohl Eidam als auch Günther und Damm werfen die Frage auf, ob der Abriss der Brücke und der Rückbau des Anschlusses zwingend nötig ist. „Wir haben alles versucht, um die Brücke zu erhalten“, sagt Eidam. Die Gemeinde hatte die Möglichkeit, die Brücke zu übernehmen und die Instandhaltung selbst zu übernehmen. Das sei aber viel zu kostspielig und für eine Gemeinde wie Weimar ­finanziell nicht zu schultern. In den vergangenen Jahren habe sich immer wieder Widerstand unter Weimars Bürgern gegen den Abriss formiert – ohne Erfolg. „Hessen Mobil hat uns immer deutlich gemacht, dass wir den Abriss so hinnehmen müssen“, sagt Eidam.

von Dominic Heitz

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