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„Frühjahrsputz“ für Molche und Salamander

Zuflussrinne zu Teichen erneuert „Frühjahrsputz“ für Molche und Salamander

Das milde Wetter dieser Tage lud gerade dazu ein, ein eigentlich für später angedachtes Naturschutzprojekt umzusetzen und so rückte der Bauhof mit schwerem Gerät nach Holzhausen aus.

Holzhausen. Freitag 10 Uhr. Die Sonne scheint. Herz, was willst du mehr? Ottmar Abel, Mitarbeiter des Bauhofs der Gemeinde Fronhausen, in anderen Jahren um diese Zeit mehr mit Winterdienstarbeiten beschäftigt, sitzt auf seinem Bagger und schaufelt Schlamm und Dreck aus der Zuflussrinne zu den Amphibienteichen im Katzengrund bei Holzhausen.

Im Nachgang werden Heinrich Pickhart, Ortsvorsteher von Holzhausen, Gottfried Schoof, Bürger aus Holzhausen, und die beiden Mitglieder der Ortsgruppe Fronhausen des Naturschutzbundes Deutschland, Stefan Wagner und Volkmar Höpp, mit Schaufeln bewaffnet die Feinarbeiten an der wichtigen Zuflussrinne erledigen. „Aufgrund des Wurzelwachstums benachbarter Bäume hat sich der Wasserzulauf so weit angehoben, dass bei Niedrigstand des vorbeifließenden Holzhäuser Bachs kein Wasser mehr in die Teiche fließt“, erläutert Gottfried Schoof. Das Resultat: „ Das führte jeweils im Sommer der vergangenen Jahre fast bis zum Austrocknen der Teiche.“

Es wurde also Zeit zu handeln, denn die 1985 im Zuge der Dorferneuerung angelegten Teiche haben zahlreiche Bewohner angezogen, die mitunter schon auf der Roten Liste stehen wie etwa Feuersalamander. Auch die Erdkröte, der Grasfrosch, der Teich- und der Bergmolch haben sich dort angesiedelt. „Das Gewässer dient darüber hinaus vielen Wasserinsekten als Brutgewässer, so zum Beispiel mehreren Libellenarten“, sagt Schoof. Nach 1998, 2005 und 2009 ist dies nun die vierte größere Pflegeaktion direkt am Gewässer. Darüber hinaus hatten Holzhäuser Waldinteressenten in den beiden vergangenen Jahren am Südufer ehrenamtlich Baumfällarbeite ausgeführt, damit die Teiche im Sommer nicht über Gebühr durch die vielen Blätter abgedunkelt werden. 2005 wurden die Arbeiten von der Heinz-Sielmann-Stiftung finanziert, einem Programm zum Schutz und zur Erhaltung bedrohter Biotope.

Dankbar sind Pickhart und Schoof über die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Fronhausen, die stets die Baggerarbeiten übernommen hat. „Hier ist etwas sehr schönes für die Natur entstanden, dass es zu erhalten gilt. Da helfen wir gerne“, sagt Bürgermeister Reinhold Weber. Michael Esken, der neue Bauamtsleiter der Gemeinde fügt sich gut ein. Er sorgte mit Weber dafür, dass die Arbeiten bei dem vorherrschenden guten Wetter schnell ausgeführt werden konnten.

von Götz Schaub

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