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Friedhofsschänder weiter unbekannt

Demo am Samstag Friedhofsschänder weiter unbekannt

Noch immer sind die Täter nicht gefasst, die in Roth, Reimershausen und im Kreis Gießen mehrere Friedhöfe geschändet haben. Für Samstag rufen Gießener Bündnisse zu einer Demonstration auf.

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Wer für die Schmierereien und umgeworfenen Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof in Roth verantwortlich ist, ist bis heute noch ungeklärt.

Quelle: Michael Agricola

Marburg. „Das Problem heißt Rassismus - antifaschistisch denken, handeln, leben“ heißt das Motto der Demonstration von „Antifa R4 Gießen“ und „Bündnis Gegen Rechts“ Gießen, die morgen um 11 Uhr am Bahnhof in Lollar starten soll.

Anlass der Demonstration sind Friedhofsschändungen Ende des vergangenen und Anfang diesen Jahres in mehreren Orten in Allendorf/Lumda, Rabenau, Gießen und Lollar sowie auf dem jüdischen Friedhof in Roth und dem Friedhof im Lohraer Ortsteil Reimershausen. Zum Teil wurden dabei Gräber und Wände auch mit Naziparolen und -symbolen beschmiert, so zum Beispiel auf dem Friedhof in Odenhausen und an der ezidischen Gemeinde Hessen.

Die Demo-Veranstalter verweisen zudem unter anderem auf eine „Clique junger Nazis“ aus dem Kreis Gießen und dem Vogelsberg, die in den vergangenen Jahren bei diversen Veranstaltungen und Festen aufgetreten sei und auf lokale rechtsgerichtete Gruppen wie „Division Mittelhessen“ oder „Freie Nationalisten Lumdatal“. „Unserer Meinung nach wird es Zeit, auf die Nazis vor Ort aufmerksam zu machen und wir fordern die Bewohner der Region dazu auf, sich den Nazis, aber auch dem alltäglichen Rassismus entgegenzustellen“, heißt es im Aufruf zur Demo.

Ob für die Straftaten auf den Friedhöfen rechtsgerichtete Täter verantwortlich sind, ist unterdessen weiterhin offen.

Mehr als 3.000 Euro als Belohnung ausgesetzt

Der Polizei in Marburg und ihren Kollegen in Gießen liegen weiterhin keine näheren Hinweise auf die Täter vor, berichteten die Polizeisprecher Martin Ahlich und Thorsten Mohr auf OP-Nachfrage. Da nicht bei jeder Tat Nazi-Symbole gesprüht wurden und auch nichtjüdische Friedhöfe geschändet wurden, sind sowohl verschiedene Täter(-gruppen) als auch ein ganz anderer Tat-Hintergrund denkbar.

Was den jüdischen Friedhof in Roth betrifft, konnte zumindest der Tatzeitpunkt etwas eingegrenzt werden - auf die Zeit zwischen Neujahr und dem 10. Januar. Noch immer steht dort die von einem schwedischen Privatmann ausgesetzte Belohnung über umgerechnet 560 Euro. Staatsanwaltschaft und die Kommunen Lollar und Allendorf haben eine Belohnung von insgesamt 3000 Euro für die Ergreifung der Täter ausgesetzt. Der vorerst letzte Vorfall dieser Art hatte sich zwischen dem 21. und 23. Februar auf dem Reimershäuser Friedhof zugetragen. Seither kam keine Friedhofschändung mehr hinzu.

von Michael Agricola

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