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Südkreis Rössenhaus-Projekt steht vor dem Abschluss
Landkreis Südkreis Rössenhaus-Projekt steht vor dem Abschluss
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00:17 27.07.2018
Jugendliche der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste haben die Innenwände des Rössenhauses mit Lehm verkleidet. Quelle: Tobias Kunz
Argenstein

Das erste große Projekt der Zeiteninsel bei Argenstein steht kurz vor dem Abschluss. Das Rössenhaus ist Dank der Mithilfe von elf Jugendlichen so gut wie fertig. Die jungen Menschen halfen, vermittelt durch die Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (IJGD), für knapp drei Wochen beim Innenausbau des Gebäudes mit, das die mittlere Jungsteinzeit verkörpern soll.

Als nächstes planen Dr. Andreas Thiedmann vom Vorstand der Genossenschaft und sein Team den Bau eines germanischen Gehöfts der frühen römischen Kaiserzeit. Das Grundgerüst des Haupthauses soll noch in diesem Jahr stehen. „Wir hoffen, dass wir Anfang September das Richtfest feiern können“, sagt Thiedmann. Die weiteren Arbeiten sollen sich aber noch bis ins kommende Jahr hinziehen.

Plan für Besucherzentrum noch nicht abgeschlossen

Zurzeit ist die Firma Lambrecht Holzbau aus Schwalmstadt zugange, um den Rohbau zu erstellen. Dafür bearbeiten die Zimmerer Baumstämme, die später als Spaltbohlen horizontal als Seitenwände eingebaut werden sollen. Zuvor hatte die Landschaftsbaufirma Ribic aus Niederweimar die Fläche hergerichtet. Die Arbeiten erfolgen mit modernen Geräten; später soll aber alles so aussehen, wie es einst war. „Mit zeitgenössischer Arbeitsweise wären die Projekte nicht zu bezahlen“, sagt Thiedmann. Schon jetzt ist die Arbeit für die Zimmerer bei prallem Sonnenschein sichtlich schweißtreibend.

Weitere geplante Bauten stehen zurzeit noch hinten an. Die Pläne für das Besucherzentrum seien „im Detail weit fortgeschritten“, aber noch nicht abgeschlossen. Auch der Bau eines Parkplatzes und der entsprechenden Wege habe sich „unvorhergesehen verzögert. Es hat noch keine Ausschreibung stattgefunden“, sagt Thiedmann.

Umso mehr freut er sich darüber, dass das Rössenhaus im zweiten Jahr der Realisierung weiter Form annimmt. Vom 2. bis 20. Juli werkelten elf Jugendliche aus verschiedenen Ländern gemeinsam mit Gruppenleiterin Karla Stahl unter Anleitung von Peter Knodel und Linus Kintscher an dem Gebäude herum und bauten die Innenwände aus. Dort schmierten die Jugendlichen die Zwischenräume des Flechtwerks mit Lehm aus und zogen die Wandflächen glatt, sodass später nichts mehr vom Innenleben der Wände zu sehen war. Da die Arbeit schneller getan war als gedacht, begradigten die Jugendlichen zusätzlich noch den Boden des Langhauses und bauten gemeinsam mit Knodel einen Lehmofen.

Lindenholz für die Dachschindeln

Die IJGD vermitteln Jugendliche zu Freiwilligendiensten in etwa 70 Ländern. Die Zeiteninsel stellte die Materialien bereit und wies die Jugendlichen bei ihrer Arbeit an.

Um das Rössenhaus abzuschließen, muss jetzt noch ein Teil des Daches fertiggestellt werden, ehe es an die Gestaltung des Außenbereichs gehen kann. Dort sollen zeitgenössische Gewächse angepflanzt werden. Diese Arbeiten erfolgen in Eigenleistung durch die Genossenschaft und den Förderverein. Für die Dachschindeln werden Lindenbäume in Wasser eingeweicht und anschließend geschält, erklärt Wilhelm F. Hundsdörfer, der 1. Vorsitzende des Fördervereins. Die Rinde wird dann unter Druck in die gewünschte Form gedrückt und wie Ziegelsteine auf der Dachfläche verlegt, ergänzt Thiedmann.

Die Mitarbeit des Fördervereins richte sich nach den Wünschen der Genossenschaft. Dies können direkte Arbeiten am Gelände oder aber organisatorische Planungen im Hintergrund bei Großveranstaltungen sein, sagt Hundsdörfer.

von Tobias Kunz