Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Südkreis Fronhausen plant ein Sportzentrum
Landkreis Südkreis Fronhausen plant ein Sportzentrum
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:00 07.01.2019
Förderung beantragt: Hier könnte bald ein Sportzentrum mit Kunstrasenplatz entstehen. Quelle: Tobias Kunz
Fronhausen

Im Dezember flatterte den Fronhäuser Gemeindevertretern eine Einladung zu einer kurzfristig anberaumten Parlamentssitzung ins Haus. Einziger Tagesordnungspunkt: ein Förderantrag für ein Sportzentrum. Am Donnerstagabend beschlossen die Parlamentarier einstimmig, das Projekt der Bürgermeisterin zu unterstützen. Beantragt wird der Bau eines Sportzentrums oberhalb der Fronhäuser Grundschule für rund 2,5 Millionen Euro. In Aussicht stehen Fördermittel, die 45 Prozent der Kosten abdecken, also rund ­eine Million Euro.

Damit ist das Sportzentrum noch nicht endgültig beschlossen. Verabschiedet wurde lediglich, dass Claudia Schnabel eine Interessensbekundung beim Bund abgeben soll für dessen Förderprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“. Mitte März bekommt die Gemeinde voraussichtlich Antwort, ob sie in den Genuss von finanzieller Unterstützung gelangt für ein Projekt, das erst noch genauer ausgearbeitet werden muss.

Zunächst im Bauausschuss und dann in der Gemeindevertreterversammlung erklärte Claudia Schnabel, warum sie bei dem Thema solch Eile walten lässt. Schon im August 2018 wurde die Gemeindeverwaltung vom Büro des Bundestagsabgeordneten Sören Bartol auf das Programm aufmerksam gemacht. Damals habe man aber noch keine Idee gehabt, wie Fronhausen von diesem Fördertopf profitieren könnte, so die Bürgermeisterin im Bauausschuss. Als der Bund sich dann entschied, die ursprünglich bereitgestellten 100 Millionen Euro zu verdoppeln und Bartol Ende November ein weiteres Mal darauf aufmerksam machte, setzte sich Schnabel mit ihren Mitarbeitern zusammen, um zu überlegen, wie man in das Programm rutschen könnte. „Die wollen das Geld ja offensichtlich unbedingt loswerden“, sagte Schnabel.

Ascheplatz soll Kunstrasenplatz mit Tribüne weichen

Gemeinsam mit einem externen Beratungsbüro entwickelte die Gemeindeverwaltung die Projektskizze: In Kooperation mit den Vereinen soll in Fronhausen ein Sportzentrum für die Großgemeinde geschaffen werden. Am gewählten Standort an der Grundschule gibt es bereits Tennisanlagen und die Schutzhütte ist nicht weit. Der dort vorhandene Ascheplatz soll einem Kunstrasenplatz mit kleiner Tribüne weichen. Für Leichtathletik sind eine Sprunggrube und eine 50-Meter-Laufbahn geplant. Zudem soll ein Beach-Volleyballplatz angelegt werden.

Ebenso soll ein barrierefreies Vereinsheim mit sanitären Anlagen, Umkleiden und Versammlungsräumen gebaut werden. Die sanitären Anlagen werden so geplant, dass sie auch von außen benutzt werden können – also zum Beispiel auch von Besuchern der Schutzhütte. Zudem sollen neue Parkflächen geschaffen und die Zufahrt zu dem Gelände verkehrssicher gestaltet werden. Schließlich soll die Flutlichtanlage mit LED-Technik ausgerüstet werden.

„Mit der Schaffung eines Sportzentrums verbessert sich die Situation der Vereine bezüglich Ganzjahrestraining- und Spielbetrieb sowie der Jugendförderung und Integration“, heißt es in der Projektbeschreibung, die Schnabel nach Berlin schicken will.

Rasenplatz könnte zu 22.000 Quadratmetern Bauland werden

Die Gemeindevertreter nahmen den Projektvorschlag zwar positiv auf, hatten aber auch eigene Vorstellungen. So brachte Heiko Fischer (SPD) eine 400-Meter-Bahn und eine Sporthalle ins Gespräch. Was davon schließlich umgesetzt werden kann, werden die weiteren Diskussionen zeigen, sofern ein positiver Bescheid aus Berlin in Fronhausen eingeht.

Trotz einer großen Summe aus Berlin bliebe für Fronhausen dennoch eine Investition von rund 1,5 Millionen Euro aus eigener Kraft zu stemmen, sollte das Großprojekt tatsächlich in Angriff genommen werden. Claudia Schnabel präsentierte auch gleich eine mögliche Lösung für das Problem. Sollte an der Grundschule ein Kunstrasenplatz gebaut werden, könnte der Rasenplatz aufgegeben und in Bauland umgewandelt werden. Rund 22.000 Quadratmeter stünden dann zur Verfügung. Und Bauland werde in Fronhausen händeringend gesucht, so die Bürgermeisterin.

von Dominic Heitz