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Flauschiger Löwe ziert die Hilfe-Inseln

Niederweimar Flauschiger Löwe ziert die Hilfe-Inseln

„Wir haben Besuch von Leon, dem Kinderkommissar“, kündigte Weimars Jugendpfleger Markus Ott am Sonntag während des Weihnachtsmarkts in Niederweimar an. Sofort war der fast zwei Meter große Stofflöwe von Kindern umringt - er machte Faxen, posierte mit Kindern und Besuchern und verteilte Buttons.

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Wo ein Bild mit dem Löwen „Leon“ an der Tür hängt, finden Kindern Hilfe – so im Niederweimarer Rathaus, das Kinder und Erwachsene gemeinsam mit „Kinderkommissar Leon“ als Hilfe-Insel einweihten.Foto: Andreas Schmidt

Quelle: Andreas Schmidt

Niederweimar. „Der Leon geht mir andauernd durch, das ist aber nicht seine Aufgabe“, sagte Bürgermeister Peter Eidam. Vielmehr wolle man die „Wegesicherung in unserer Gemeinde besser machen“, betonte er. Denn der Besuch des „Kinderkommissars“ hatte einen ernsten Hintergrund: Seit vergangenem Oktober, als ein Autofahrer versuchte, in Niederweimar ein Kind in sein Auto zu zerren und dann glücklicherweise ohne weiteren Schaden anzurichten verschwand, sorgt man sich in Niederweimar um die Sicherheit der Kinder. Nun soll mit den so genannten Leon-Hilfe-Inseln Kindern eine erste Anlaufstelle geboten werden, wenn sie in Not sind. „Die Hilfe-Inseln sind Anlaufstellen, wenn einmal etwas sein sollte“, erklärte Jutta Laucht, Jugendkoordinatorin der Polizei, bereits bei einem Termin im Januar. Sie verdeutlichte: „Alles kann eine Hilfe-Insel sein - ein Café, eine Bank, sogar der Metzger.“

Nun ist aus der Idee in Niederweimar Realität geworden: Während des Weihnachtsmarkts wurde das Rathaus als erste Niederweimar Hilfe-Insel eröffnet, und auch einige Geschäftsleute haben sich bereit erklärt, als Hilfe-Insel zu fungieren.

Hilfe-Inseln werden mit dem Symbol von Leon markiert - ein Aufkleber im Format DIN A 5 mit dem Konterfei des flauschigen Löwen ziert die Eingänge der Gewerbetreibenden. „Die Geschäftsleute haben sich dazu bereit erklärt, in Notfällen Hilfe zu leisten“, erläuterte der Marburger Polizeidirektor Ralph-Dieter Brede.

Die Kinder könnten bei einer Notsituation Zuflucht in den Geschäften suchen, die Inhaber seien durch Notfallpläne sensibilisiert. „Sie wissen also genau, was sie tun und wen sie anrufen müssen - dadurch wird ein Stück mehr Sicherheit für die Kinder auf dem Schulweg garantiert“, erläuterte Brede.

Das System der Hilfe-Inseln gebe es bereits seit 2006, mit mittlerweile mehr als 1000 der Inseln in ganz Hessen. „Deswegen wäre es schön, wenn es noch mehr Hilfe-Inseln hier im Ortsteil gäbe“, so der Polizeidirektor.

Brede betonte: „Insgesamt leben wir in einem sicheren Landkreis. Es schadet aber nichts, unsere Kinder auf Gefahren hinzuweisen und die Hilfe-Inseln zu erklären.“ Dies sei gleichzeitig ein Appell an die Eltern - diese hätten nämlich die Aufgabe, ihren Kindern auf dem Schulweg diese Hilfe-Inseln zu zeigen und zu erklären, wofür sie gut seien.

Markus Ott lobte die Geschäftsleuten, die sich bisher bereit erklärt hätten, bei der Aktion mitzumachen - verbunden mit dem Aufruf an alle Gewerbetreibenden, die Aktion zu unterstützen.

Danach marschierte er mit Leon und vielen Kindern zum Hintereingang des Rathauses, um die erste Hilfe-Insel offiziell zu eröffnen.

von Andreas Schmidt

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