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Fische erobern neues Bachbett

Neuer Bachlauf Fische erobern neues Bachbett

Der Nebenarm der Zwester-Ohm der zu früheren Zeiten das Mühlrad der Bellnhäuser Mühle antrieb, präsentiert sich jetzt als naturnaher fischfreundlicher Bach.

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Ottmar Bach, seine Frau Elisabeth Hoffarth-Bach, Fronhuasens Bürgermeister Reinhold Weber und Bauamtsleiter Jürgen Würz besichtigen das neue Bachbett, das sich prächtig in die Landschaft einfügt.

Quelle: Götz Schaub

Sichertshausen. Der Mühlgraben der Bellnhäuser Mühle galt als Nebengewässer der Zwester-Ohm mit einer Lauflänge von 1,8 Kilometern ein Gewässer dritter Ordnung. Obwohl so „klein“ bereitete er der Gemeinde Fronhausen, die Ende der 70-er Jahre Eigentümer des Mühlgrabens wurde, immer wieder Kosten im fünfstelligen Bereich. „Das Wasser fiel am Mühlgraben 2,5 Meter tief und hatte danach in Richtung Lahn nur noch eine geringe Fließgeschwindigkeit. Das sorgte dafür, dass das Bachbett verstopfte und wir es immer wieder aufwendig von Schlamm räumen mussten“, erläutert Fronhausens Bürgermeister Reinhold Weber. Zudem sorgte der enorme Höhenunterschied an der Mühle dafür, dass der Graben von Fischen keinesfalls genutzt werden konnte, um in die Zwester-Ohm aufzusteigen. Finanziert über die Fischereiabgabe vom Regierungspräsidium in Gießen wurde der funktionslos gewordene Mühlgraben stillgelegt und das Nebengewässer der Zwester-Ohm umgebettet.Die Bewohner der Bellnhäuser Mühle, Ottmar Bach und Elisabeth Hoffarth-Bach, standen diesem Projekt positiv gegenüber. Und so konnte auf ihrem Wiesengrundstück ein Fließgewässer entstehen, das allen modernen ökologischen Ansprüchen genügt. Einer, der sich sehr für dieses Projekt engagierte und seine Fachkenntnisse in die Planungen mit einbrachte ist Günther Bodenbender vom Fischereiverband Marburg-Cappel, schließlich ermöglicht das neue Gewässer den Fischaufstieg in die Zwester-Ohm. Der Höhenunterschied von 2,5 Metern wird nun auf einer Länge von mehreren hundert Metern ausgeglichen. Das heißt, das Wasser fließt auf der Strecke wesentlich schneller und verhindert die Ablagerung von Schlamm und Dreck im weiteren Verlauf. „Wir gehen davon aus, dass wir hier nicht mehr so oft reinigen müssen. Das hilft Geld zu sparen“, freut sich Weber. Der neue Gewässerabschnitt ist 212 Meter lang und besitzt eine Sohlenbreite von 1,20 Meter. Die Böschungsprofilierung ist unregelmäßig mit wechselnden Neigungen. Die Sohle selbst erhielt eine Hartsubstratauflage aus ortstypischen Steinmaterial. Sogenannte Störsteine und Wurzelstöcke sorgen letztendlich für eine initiale Strömungs- und Strukturvielfalt. Ottmar Bach hat bereits mehrfach Fische im neuen Gewässer beobachtet und ist sich sicher, dass es sehr schnell von der Tierwelt angenommen wird. „Das neue Teilstück bleibt jetzt so wie es angelegt wurde, alles andere macht die Natur“, sagt Bach.

von Götz Schaub

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