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Krach rund um die Bundesstraße

Verkehrslärm Krach rund um die Bundesstraße

In Hassenhausen und Bellnhausen ärgern sich Anwohner über den Verkehrslärm der Bundesstraße 3. Im Sommer 2017 wurde dort eine neue Fahrbahndecke eingezogen. Seitdem sei es noch lauter geworden.

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In Fronhausen an der B 3 ist es laut geworden – Anwohner beklagen sich über den gesteigerten Verkehrslärm.

Quelle: Nadine Weigel

Hassenhausen. Tausende Autos brausen jeden Tag über die B 3. Diejenigen, die in der Nähe der Straße wohnen, sind den Verkehrslärm seit Jahren gewohnt. Seitdem Hessen Mobil 2017 die Fahrbahn erneuert hat, habe der Krach aber eine neue Dimension erreicht, sagen Anwohner.

Sabine Euler wohnt am Ortsrand in Bellnhausen und hat von ihrem Haus aus direkte Sicht auf die Straße, die etwa 200 Meter entfernt verläuft. Leise sei es dort noch nie gewesen, sagt sie. Aber seitdem die neue Fahrbahndecke für den Verkehr freigegeben wurde, sei es unerträglich geworden. „Wir können uns im Garten nur noch schreiend unterhalten“, sagt Euler. Sie könne kaum noch ein Fenster aufmachen, weil es dann auch im Haus zu laut werde.

Auf der anderen Seite der Bundesstraße das Gleiche: Peter Zander lebt im Eichweg in Hassenhausen, ein paar hundert Meter von der Bundesstraße entfernt. Auch dort sei es „bedeutend lauter“ geworden, sagt er. In Hassenhausen sei der Lärm besonders groß, weil zwischen Ort und Straße keine Lärmschutzwand steht, sagt er.

Fahrbahnbelag verursacht den Krach

Der Krach kommt von der Fahrbahndecke in Fahrtrichtung Gießen. Diese wurde zwischen Mai und September 2017 erneuert. Dabei sei der gleiche Asphalt eingebaut worden, wie auf der anderen Seite in Fahrtrichtung Marburg, teilte Hessen Mobil auf OP-Anfrage mit. Die Fahrbahn Richtung Marburg war schon im Jahr zuvor saniert worden.

Allerdings produziert die mit der Sanierung beauftragte Firma das ausgeschriebene Quarzitmaterial für den Asphalt und das Abstreumittel nicht selbst. Dieses Material kann laut Hessen Mobil von unterschiedlichen Produzenten kommen. Und genau hier liegt wohl das Problem: Weil die Fahrbahndecken in beide Fahrtrichtungen einheitlich instand gesetzt wurden, sei die „Zunahme von Rollgeräuschen lediglich auf das verwendete Gesteinsmaterial im Abstreumittel unterschiedlicher Hersteller zurückzuführen“, erklärt Claudia Friebertshäuser von der Hessen-Mobil-Pressestelle.

Für die lärmgeplagten Anwohner dürfte es keinen Unterschied machen, ob der Lärm am Material oder etwas anderem liegt. Wirklich wichtig bleibt die Frage: Wie soll es mit dem Verkehrslärm weitergehen? Hessen Mobil versucht zu beruhigen: Aus Erfahrung geht die Behörde davon aus, dass sich die Rollgeräusche im Laufe der nächsten Zeit anpassen werden.

Straße soll leiser werden

Soll heißen: Sind erst mal genügend Autos über die Straße gefahren, wird die Fahrbahndecke von ganz allein leiser. Das gehe in den Sommermonaten allerdings schneller, als im Winter. Fronhausens Bürgermeisterin Claudia Schnabel hat auch schon von dem Lärm gehört. Im Parlament war das allerdings noch kein Thema.

Schnabel verweist auf den Lärmaktionsplan des Landes Hessen. Dieser Aktionsplan wird alle fünf Jahre überarbeitet. Das Land versucht, sich derzeit einen Überblick über die Situation rund um Lärmquellen zu machen, um gegebenenfalls Maßnahmen zur Minderung zu ergreifen. Die Bürger sind aufgerufen, Anregungen zu geben.

Eingaben können bis zum 31. Januar postalisch, per E-Mail oder über beteiligung-lap.hessen.de gemacht werden. Auch bei der Gemeindeverwaltung oder dem Regierungspräsidium Gießen können Vorschläge schriftlich eingereicht werden.

von Dominic Heitz

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